Titel: Erhebung des präoperativen muskuloskelettalen Status bei schwerer Adipositas vor bariatrischer Therapie
Sprache: Deutsch
Autor*in: Vopelius von, Emil Mauritz
Schlagwörter: post-bariatrische Osteopathie; Adipositas-Paradoxon; Osteoporose; muskuloskelettaler Status; Knochenstoffwechsel
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-08-26
Zusammenfassung: 
In erster Linie bestätigt diese wissenschaftliche Arbeit das Adipositas- Paradoxon und die einhergehend kontroversen Wechselwirkungen zwischen Fett- und Knochenmasse im menschlichen Organismus. Haupterkenntnis der präoperativen muskuloskelettalen Statuserhebung ist die Diskrepanz der bildgebenden und laborchemischen Untersuchungsergebnisse des Patient*innenkollektivs. Grundsätzlich erhöhte Knochendichteparameter stehen im Widerspruch zu einem tendenziell osteokatabolen Knochenstoffwechsel. Hierbei ist die Relevanz des Weichteilartefaktrisikos nicht abschließend geklärt und die Knochendichte möglicherweise überinterpretiert, woraus sich ein bereits präoperativ bestehendes Risiko hinsichtlich der Knochengesundheit bei Patient*innen mit Adipositas ergeben könnte.
Ferner zeigen Adipositaspatient*innen neben den metabolischen Stoffwechselstörungen hohe Inzidenzen von Vitamin-D-Mangel und sekundärem Hyperparathyreoidismus auf. Dabei weisen die Korrelationsanalysen einen geschlechterspezifisch betonten Effekt des sHPT auf den Knochen der Frauen gegenüber den Männern auf. Im Hinblick auf die unterschiedlichen Kohortengrößen und geschlechterspezifischen Referenzwerte für PTH und DPD/Krea sollte der Einfluss des Parathormon-Spiegels auf die Knochenresorption bei weiblichen und männlichen Patienten mit Adipositas größer skaliert vergleichend untersucht werden. Ferner sollten die adipositaschirurgischen Patient*innen bereits präoperativ standardisiert laborchemisch untersucht, sowie individualisiert substitutionstherapiert und verlaufskontrolliert werden, um eine optimale Patient*innenversorgung zu gewährleisten.
Unter den Männern des Kollektivs scheinen sich neben dem sHPT weitere osteomalazische Knochenstoffwechselstörungen negativ auf den Skelettstatus auszuwirken, welche möglicherweise Phosphatspiegel-vermittelt sind. In dieser spezifischen Patientengruppe könnte eine differenzialdiagnostische Fokussuche gegebenenfalls sinnvoll sein.
Neuromuskulär weisen die Patient*innen mit Adipositas erwartungsgemäß eine überdurchschnittliche Handkraft, sowie eine unterdurchschnittliche Beinkraft und eine erhöhte Schwankungsneigung auf. Zur adäquaten Analyse und Einordnung der muskuloskelettalen Kapazität bedarf es jedoch international standardisierter Referenztabellen, welche in Hinblick auf diese Studiendaten BMI- adaptiert eingeführt werden sollten. Außerdem besteht die Notwendigkeit der Definition von vereinheitlichten Schwellenwerten, um Risikogruppen anhand klinisch relevanter Endpunkte definieren zu können. Das Prädiktionspotenzial des NMA gegenüber des Skelettstatus bleibt vorerst ungeklärt, wobei sich die maximale Handkraft als möglicher unabhängiger und aussagekräftiger Messparameter darstellen könnte. Bezüglich der Bedeutung in der Sturz- und Frakturrisikoanalyse kann das NMA unter den Adipositaspatient*innen erst im Verlauf analysiert werden.
Während sich der muskuloskelettale Status weitestgehend BMI-unabhängig darstellt, hebt die Ganzkörperanalyse die Relevanz der Fettfreien Masse- vermittelten Effekte auf den BMC hervor. In der Essenz bedingen sich schwere Knochen und schwere Muskeln stark wechselwirkend. Zusätzlich scheint sich die Fettmasse bei Adipositaspatient*innen geschlechterspezifisch positiv auf die Knochengesundheit der Frauen auszuwirken.
Die Mikroarchitektur des Knochens bei Patient*innen mit Adipositas im Vergleich mit einem normalgewichtigen Referenzkollektiv präsentiert eine geschlechterunspezifische histomorphologische Verdichtungen der trabekulären Knochenmatrix mit erhöhten Trabekelanzahlen, sowie reduzierten Trabekeldicken und verringerten Trabekelabständen. Ob dieses Phänomen metabolisch dysregulativ oder biomechanisch physiologisch auftritt, sollte in weiteren Studien untersucht werden. Ein möglicher Untersuchungsansatz könnten die Knochenstoffwechselparameter und entsprechende Knochenbilanzindizes sein.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8670
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-87909
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Oheim, Ralf
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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