Titel: Vergleich von endoskopischen Resektionsverfahren des neoplastischen Barrett-Ösophagus - Erfolgsrate, periinterventionelle Komplikationen und Langzeitverlauf
Sprache: Deutsch
Autor*in: Lüken, Marina
Schlagwörter: Barrett-Ösophagus; Barrett-Karzinom; EMR; ESD
Erscheinungsdatum: 2019
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-10-23
Zusammenfassung: 
Der Begriff Barrett-Metaplasie beschreibt eine Umwandlung des physiologischen Plattenepithels im Ösophagus in ein Zylinderepithel. Diese Epithelveränderung stellt eine fakultative Präkanzerose für das Adenokarzinom des Ösophagus dar. Hochgradige Dysplasien und das Barrett-Frühkarzinom stellen eine Therapieindikation dar und können endoskopisch therapiert werden. Als sicheres und erfolgreiches Verfahren hat sich die endoskopische Mukosadissektion erwiesen. Daneben steht seit einigen Jahren auch die endoskopische Submukosadissektion zur Verfügung.
Ziel dieser Arbeit war es, die ESD mit der EMR zu vergleichen. Dazu wurden Daten von 293 Patienten des UKE ausgewertet, die sich im Zeitraum von 2009 bis 2016 einer EMR oder ESD einer Barrett-Frühneoplasie unterzogen. Insgesamt 77,8% wurden mit der konventionellen EMR behandelt, 22,2% mit dem neueren ESD-Verfahren.
Es zeigte sich ein langfristiges dysplasiefreies Überleben bei 91,1%
(EMR) bzw. 92,9% (ESD) der Patienten. Auch die Komplikationsraten beider Verfahren waren vergleichbar, selten kam es zu schwerwiegenden Komplikationen wie Perforationen oder schweren Nachblutungen. Histologische Risikofaktoren wie
L1, SM1 und G3 sowie ein Long-Segment-Barrett gehen mit einem schlechteren Outcome einher. Ebenfalls die Rezidivraten sind statisch nicht unterschiedlich und für das Barrett-Karzinom akzeptabel.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl die EMR als auch die ESD exzellente Daten liefert und für Barrett-Frühkarzinome die beste Therapieoption darstellt. Eine Überlegenheit der ESD gegenüber der EMR in Bezug auf das dysplasiefreie Überleben konnte in dieser Studie nicht gezeigt werden, trotzdem erwiesen sich beide Verfahren als onkologisch sichere Therapieoptionen. Es zeigten sich keine erhöhten Raten an Komplikationen bei der vermeintlich invasiveren ESD. Eine Betrachtung der histologischen Risikofaktoren L1, SM1 und G3 zeigt, dass diese mit einem schlechteren Outcome einhergehen, jedoch bei einem Teil der Patienten kurativ sein kann. Des Weiteren konnte die wichtige Bedeutung der Entfernung des gesamten Barrett-Areals gezeigt werden. Allen Patienten, die die Voraussetzung zur endoskopischen Resektion erfüllen, sollten primär mit dieser Option therapiert werden.

Barret Metaplasia, a change of the physiological epithelium in the distal esophagus, is a risk factor for the development of esophageal adenocarcinoma. Early stages carcinoma and high grade dysplasia (HGIN, formerly Cis) can be treated sufficiently with endoscopic resection techniques. Beside the endoscopic mucosa resection,
which is known as a safe and efficient method, the endoscopic submucosa resection has developed as a treatment option in the last years. The aim of this study was to compare both methods in a single center cohort. Therefore, data of 293 patients, treated with EMR or ESD at the UKE between 2009 and 2016, were collected. This study shows, that both methods are safe to remove early stages of Barrett´s cancer.
91.1% (EMR) and 92.9% (ESD) of the patients had no dysplasia at the end of the study, respectively. Moreover, complications like bleeding or perforations were rare and similar among both techniques. Histologic risk factors (L1, SM1 and G3) were
associated with a poorer outcome.
In conclusion, it could be shown, that results after EMR and ESD were both excellent. Both methods represent the best therapy for early stages of Barrett carcinoma. In this retrospective analysis, none of the methods was superior in removing HGIN or early stage cancer. The risk for complications at the ESD, which seems to be more invasive, wasn`t higher. Histologic risk factors (L1, SM1 and G3) were associated with a poorer outcome and most guidelines recommend an esophagectomy for those patients. Although it could be shown, that in selected cases an endoscopic resection is an equal method to the conventional surgery. Limitations of this analysis are due to its retrospective design. Importantly, in the ESD group resection size and tumour stage were significantly more advanced.
In summary, this retrospective work emphasises that EMR and ESD both had similar success rates in the resection of early stage Barrett carcinoma. Possible differences should be studied in a randomized controlled trial.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8683
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-88066
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Rösch, Thomas
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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