Titel: Gründe für die Inanspruchnahme von Hausärztinnen und Hausärzten
Sprache: Deutsch
Autor*in: Detjen, Alexander
Schlagwörter: Gründe für die Inanspruchnahme von Hausärzten; Veranlasser von Arzt-Patienten-Kontakten; Erwartung einer Wiedervorstellung; reasons for encounter in general practice; initiators of doctor-patient-consultations; expectation of follow-up-contacts
Erscheinungsdatum: 2018
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-09-24
Zusammenfassung: 
Hintergrund: Deutschland hat im internationalen Vergleich die häufigsten Arzt-Patienten-Kontakte in der ambulanten medizinischen Versorgung. Gründe für die Inanspruchnahme von Hausärzten wurden bislang fokussiert auf Diagnosen und Symptome erhoben. Ein präzises Bedarfsprofil der Patienten lässt sich hieraus nicht ableiten. Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe hausärztlicher Konsultationen - fokussiert auf patientenseitig nachgefragte Leistungen und Prozeduren - sowie die Rahmenbedingungen hausärztlicher Konsultationen.
Fragestellungen: Wer ist Veranlasser der Konsultation? Wie häufig erfolgt die Konsultation als Erst- bzw. Wiedervorstellung? Welche Gründe für die Konsultationen liegen vor? Wie häufig ist die Erwartung einer Wiedervorstellung als Konsequenz aus der aktuellen Konsultation und ist diese mit Patienten- bzw. Arzt-bezogenen Charakteristika assoziiert?
Methode: Nach Ethikvotum und schriftlichem Einverständnis der eingeschlossenen Patientinnen und Patienten, wurden 12 Hamburger Hausärzte (6 Frauen, 6 Männer) an jeweils 3 Halbtagen mittels teilstandardisiertem Erhebungsbogen im Anschluss an die Konsultationen befragt. Die Auswertungen erfolgten deskriptiv. Die Frage zur Assoziation von erwarteten Wiedervorstellungen mit Patienten- bzw. Arzt-bezogenen Charakteristika wurde mittels binomial logistischer Regression analysiert.
Ergebnisse: 449 persönliche Arzt-Patienten-Konsultationen wurden im Rahmen der Studie analysiert. Die Patienten wurden als häufigste Veranlasser der Konsultationen (64%) identifiziert, wobei die behandelnden Ärzte bei bis zu 45% aller Konsultationen in diese Initiative involviert waren. In 63% der Konsultationen handelte es sich um Wiedervorstellungen bekannter Patienten. In absteigender Häufigkeit waren Beratung, Diagnostische Maßnahmen, Attestierung und Prävention die Gründe für 87% aller Konsultationen. In 61% aller Konsultationen wurde eine Wiedervorstellung erwartet. Die Erwartung einer Wiedervorstellung war Patienten-bezogen mit schwerer Krankheitsbelastung, länger und protrahiert eingeschätzter Dauer von Symptomen, chronischen Erkrankungen und Prävention assoziiert. Ärzte-bezogene Faktoren zeigten keine Assoziationen mit einer Wiedervorstellung.
Schlussfolgerungen: Die vorliegende Arbeit bildet anhand des erhobenen Bedarfsprofils und der Rahmenbedingungen hausärztlicher Konsultationen ein präzises Abbild hausärztlicher Versorgung in einem repräsentativen, deutschen Großstadtkollektiv ab. Möglichkeiten der Reduktion von Konsultationen und Implikationen für weitere Forschung werden diskutiert.

Background: In international comparison Germany has the most frequent physician-patient contacts in outpatient medical care. Studies analyzing the reasons for the consultation of General Practitioners (GP) have focused on diagnoses and symptoms so far. However, a precise profile of the patients` demands cannot be drawn from these findings. The present study examines the reasons for GP consultations by focusing on requested services and procedures, as well as the general conditions of GP consultations.
Questions: Who is the initiator of the consultation? What are the rates of first- vs. follow-up consultations? What are the reasons for encounter? What is rate of a follow-up consultation as a consequence of the current consultation? What are patient- or physician-related characteristics associated with expected follow-up consultations?
Methods: After ethical approval of the study and written informed consent obtained from the patients, 12 GPs (6 female, 6 male) in Hamburg were interviewed about the consultations at the end of a consultation hour by using a partially standardized questionnaire. The analyses were carried out descriptively. Associations with expected follow-up consultations were analyzed using binomial logistic regression analysis.
Results: 449 personal physician-patient consultations were analyzed. Patients were identified as the main initiators (64%) of the consultations, but the GPs contributed to consultation initiatives in up to 45% of all consultations. The most common constellations of encounters were follow-up contacts with known patients (63%). In descending frequency, medical advice, diagnostic procedures, certifications and prevention were the reasons for 87% of all consultations. In 61% of all visits a follow-up consultation was expected. Patient-related factors for a follow-up consultation included severe disease burden, longer and protracted estimated duration of symptoms, chronic diseases and prevention. There were no physician-related factors associated with an expected follow-up consultation.
Conclusions: The patient-related demands and general conditions of consultations evaluated by this study give a precise picture of primary care consultations in a representative German outpatient collective in a large city. Options for the reduction of consultations and implications for further research are discussed.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8718
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-88798
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Kaduszkiewicz, Hanna
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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