Titel: Regime urbaner Resilienz: Sozialräumliche Dynamiken des Wandels in belasteten Stadtbezirken
Sonstige Titel: Regimes of Urban Resilience: Socio-spatial change in underprivileged urban districts
Sprache: Deutsch
Autor*in: Stumpf, Teresa
Schlagwörter: Urbane Resilienz; Regime; Sozialräumliche Krisen; Belastete Stadtbezirke; Lexikometrische Diskursanalyse; Urban resilience; Regime; Socio-spatial crises; Disadvantaged urban districts; Lexicometric discourse analysis
Erscheinungsdatum: 2019
Tag der mündlichen Prüfung: 2019-12-05
Zusammenfassung: 
Die Dissertationsschrift befasst sich mit den Auswirkungen von Stressfaktoren, die durch sozialen, politischen und kulturellen Wandel in Form langsamer, gradueller Störungen als auch kurzfristiger Schocks in belasteten Stadträumen entstehen. Als Fallbeispiel dienen die Großwohnsiedlungen des Berliner Stadtbezirks Marzahn-Hellersdorf. Sie werden seit Jahren mit sich verschärfender Armut und zunehmender Segregation in Verbindung gebracht sowie mit rupturartig auftretenden Tumulten im Zuge der Ansiedlung von Menschen mit Fluchtgeschichte. Um an die jeweiligen Bedrohungslagen anzuschließen und die dabei entstehenden Dynamiken über die Zeit zu erforschen, wird mit den Regimen urbaner Resilienz ein neues analytisches Konzept erarbeitet. Dieses stellt eine strukturierende Perspektive auf die sozialräumlichen Prozesse und Kräfteverhältnisse in belasteten Stadtraumsystemen dar und gibt Einblick in die dort herrschenden Vulnerabilitäts- und Resilienzkonstruktionen.
Unter Entwicklung und Anwendung dieser Perspektive fragt die Arbeit nach den relevanten Themenfeldern, die im Bezirk vor dem Hintergrund sozialräumlichen Wandels auftreten; welche Regime urbaner Resilienz sich konstituieren; sowie nach ihrer Struktur und Wechselwirkung im Kontext der jeweiligen Stressfaktoren. Das multi-methodale Forschungsvorgehen im Rahmen der Grounded Theory besteht aus der quantitativen, lexikometrischen Diskursanalyse eines Zeitungskorpus zu Marzahn-Hellersdorf, dessen qualitativer Durchdringung in ausgewählten Zeiträumen sowie dem Einbezug auto- und paraethnographischer Wissenselemente der Autorin.
Die Analyse zeigt, dass Regime der Benachteiligung, Fremdenfeindlichkeit, Spaltung, Handlungsmacht, aber auch Innovation und Solidarität im Diskurs besonders heraustreten. Vor dem Hintergrund der jeweiligen Störeinflüsse unterscheiden sie sich in ihrer Dominanz, inneren Struktur und Wechselwirkung untereinander. Die Beziehungen zwischen den Regimen geben Hinweise darauf, welche Interessenslagen, Konflikte, Macht- und Deutungsverhältnisse sich unter Einfluss sozialräumlicher Krisen entwickeln und transformieren. Umgekehrt lassen die Regime Rückschlüsse auf die Art der vor Ort wirkenden Störeinflüsse zu. Sie können so erheblich zu einem erweiterten Verständnis von Stadtentwicklungsprozessen in Krisensituationen beitragen.

The dissertation deals with the effects of slow, gradual long-burn disorders and rapid short-term shocks in disadvantaged urban districts during times of social, political and cultural change. The case study focuses on the high-rise settlements of Berlin’s city district Marzahn-Hellersdorf. For years, they have been associated with worsening poverty and increasing segregation, as well as with rupture-like tumults in the course of the settlement of refugees. To address the particular threats to living conditions and to explore the upcoming dynamics over time, the Regimes of Urban Resilience are developed as a new analytical concept to frame the research process. The concept is meant to serve as a structuring perspective to socio-spatial processes in underprivileged urban districts by revealing insights into its predominant contructions of vulnerability and resilience.
Following and applying this new perspective, the dissertation explores the distinct issues arising in the district over time. Furthermore, it aims to identify the predominant Regimes of Urban Resilience and to analyse the regime’s structures and relational patterns against the background of long-burn disruptions and short-term shocks. The multi-methodological research design includes: a quantitative, lexicometric discourse analysis of newspaper articles dealing with Marzahn-Hellersdorf; a qualitative, theory-led coding procedure of the newspaper corpus in selected periods; the author’s auto- and para-ethnographic knowledge in the research and evaluation processes.
The analysis shows that regimes of disadvantage, xenophobia, division, agency, but also innovation and solidarity are particularly prominent in the discourse. Against the background of the respective disruptive influences, they differ in their dominance, internal structure and interaction with each other. The regimes‘ interactions indicate which interests, conflicts, power relations and scopes of interpretation develop and transform under the influence of socio-spatial crises. Conversely, the regimes allow conclusions to be drawn about the type of disruptive influences acting on site. Therefore, they can contribute significantly to a broader understanding of urban development processes in crisis situations.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8811
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-89996
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Koch, Gertraud
Moser, Johannes
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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