Titel: Landscape-scale conservation of lions in the Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area
Sprache: Englisch
Autor*in: Bauer, Dominik
Schlagwörter: Landscape connectivity; habitat suitability; lions
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-09-07
Zusammenfassung: 
Der Schutz weit umherziehender Arten in einer vom Menschen dominierten Umwelt erfordert Alternativen zu traditionellen Naturschutzkonzepten, welche über die Grenzen von Nationalparks hinausreichen. Um den Erhalt lebensfähiger Populationen und deren genetische Vielfalt zu gewährleisten, ist ein Managementansatz auf regionaler Ebene erforderlich, welcher die Wanderbewegung von Tieren durch den Einsatz geschützter Netzwerke über internationale Grenzen hinweg ermöglicht.
Als Heimat der vermutlich größten intakten Löwenpopulation, welche sich vom Hwange-Nationalpark in Simbabwe über den Nordosten Botswanas bis zum Okavango-Delta erstreckt, ist das grenzüberschreitende Naturschutzgebiet Kavango-Zambezi (KAZA TFCA) im südlichen Afrika eine der letzten Hochburgen des afrikanischen Löwen (Panthera leo) im 21. Jahrhundert. Die geografische und funktionelle Verbindung der Schutzgebiete innerhalb des Schutzgebietes, ist eine der groβen Herausforderungen um die Lebensfähigkeit und genetische Gesundheit der Löwenpopulation sicherzustellen.
In dieser Dissertation nutze ich modernste ökologische Habitatkonnektivitätsanalysen um die neun wichtigsten Ausbreitungsgebiete, 27 Verbindungskorridore und 27 Gebiete mit dem höchsten Konfliktpotential zwischen Menschen und Löwen in der KAZA TFCA und der umliegenden Landschaft zu identifizieren.
Die Ergebnisse unterstreichen insbesondere, dass die Erhaltung der Gebiete rund um den Hwange-Nationalpark in Simbabwe und den Chobe-Nationalpark, den Nxai Pan/Makgadikgadi Pans-Komplex und das Okavango-Delta in Botswana in ihrer Gesamtheit, als zentrales Verbreitungsgebiet für Löwen in der Region von enormer Bedeutung ist. Darüber hinaus zeigen sie, dass durch die Erhaltung von vier strategisch platzierten Korridoren zwischen diesem zentralen Verbreitungsgebiet und dem Central Kalahari Game Reserve im Süden, dem Chizarira Nationalpark im Osten, dem Greater Kafue Ökosystem im Norden und dem Khaudum Nationalpark im Westen die fünf wichtigsten Löwenverbreitungsgebiete der Region genetisch verbunden sind.
Während der Verlust und Zerfall von Lebensräumen die Hauptursachen für den Rückgang der Löwenpopulationen sind, ist der Konflikt zwischen Mensch und Löwe von ähnlicher Bedeutung und muss bei der Landschaftsplanung ebenfalls berücksichtigt werden. Basierend auf den lokalen Differenzen der modellierten Ausbreitungsraten erweisen sich die Chobe Enclave im Norden Botswanas, die Tsholotsho Gemeinde südöstlich des Hwange Nationalparks und die Landwitschaftskommune nordöstlich von Hwange Nationalpark als die drei Gebiete mit dem höchsten Konfliktrisiko in der KAZA-Landschaft.
Mithilfe von Habitatsmodellen identifiziere ich die Habitatpräferenzen von männlichen und weiblichen adulten und subadulten Löwen im zentralen Verbreitungsgebiet welches den Chobe-Nationalpark, das Okavango-Delta und den Komplex Nxai Pan / Makgadikgadi Pans in Botswana sowie den Hwange-Nationalpark in Simbabwe beinhaltet. In diesem semi-ariden Habitat erwiesen sich Oberflächenwasser und Niederschlag (welche die Beutefülle regulieren) als wichtigste Einflüsse auf die Lebensraumnutzung des Löwen. Die prognostizierte Lebensraumnutzung war unabhängig von Alter und Geschlecht in unmittelbarer Nähe zum Wasser am höchsten, während der Einfluss von Niederschlag je nach demografischer Kategorie unterschiedlich ausfiel.
Adulte Löwen und subadulte Weibchen bevorzugten generell Lebensräume mit überdurchschnittlich hohen Niederschlägen, während subadulte Männchen diese vermieden.
Mit Ausnahme der Oryxantilope, welche von adulten Weibchen und subadulten Löwen gemieden wurde, waren alle vier demografischen Kategorien im Allgemeinen positiv mit erhöhten Tierdichten aller getesteter Beutetierarten assoziiert.
Die weiträumige Verbreitung aller vier demografischer Kategorien über verschiedene Landnutzungstypen hinweg unterstreicht die Notwendigkeit grenzüberschreitende Naturschutzinitiativen zu unterstützen welche Mehrzwecklandschaften beinhalten.
Um die komplexen Wechselwirkungen zwischen biophysikalischen, ökologischen und anthropogenen Faktoren, welche Löwenstreifgebiete je nach Jahreszeit unterschiedlich beeinflussen darzustellen, nutzte ich hierarchische Varianzpartitionierung sowie verallgemeinerte lineare gemischte Modelle.
Sowohl in der Trocken- als auch in der Regenzeit wurde die Größe der männlichen und weiblichen Streifgebiete hauptsächlich durch die Verfügbarkeit von Wasser bestimmt. Mit Ausnahme von Rinderdichte welche sich negativ auf die weibliche Streifgebietsgröβe in der Trockenzeit auswirkte, spielten anthropogene Variablen nur eine sehr geringe Rolle. Die durchschnittliche Streifgebietsgröβe beider Geschlechter war in Gebieten mit höheren Bodennährstoffen und höherem Graslandanteil generell kleiner und in Gebieten mit höherem Waldanteil gröβer. Der Einfluss dieser Faktoren schien jedoch bei männlichen Löwen saisonal zu variieren, so dass die Streifgebietsgröβe in der Regenzeit verstärkt vom Waldanteil eines Gebietes und weniger von der Bodenproduktivität beeinflusst waren.
Während angesichts des raschen Bevölkerungswachstums nur begrenzt Zeit zur Prioriätensetzung von Naturschutzinitiativen zur Verfügung steht, ist das Ziel dieser Dissertation als Leitfaden für Gesetzgeber weltweit einen Beitrag zur regionalen Naturschutzplanung zu leisten.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8819
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-90132
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Ganzhorn, Jӧrg
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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