Titel: Wundkomplikationen nach Leisteneingriffen in der Gefäßmedizin
Sprache: Deutsch
Autor*in: Becker, Bettina Charlotte
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-03-02
Zusammenfassung: 
Für die operative Versorgung von Patienten mit Gefäß- und Herzerkrankungen stellt die Präparation der Arteria femoralis über eine Inzision in der Leiste ein Standardvorgehen dar. Typische Indikationen für einen gefäßchirurgischen Eingriff sind eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), ein akuter arterieller Extremitätenverschluss oder Aneurysmen. Dennoch sind diese Operationen nicht risikofrei und es kommt immer wieder zu lokalen Komplikationen beim Wundheilungsablauf in der Leistenregion. Patienten können Wundinfektionen, eine Serom- oder Hämatombildung, eine Lymphfistelbildung, Wundrandnekrose oder eine Wunddehiszenz erleiden. Ziel der Studie war es, Risikofaktoren zu ermitteln, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Wundheilungsstörungen verbunden sind. Sie umfasste einen Datensatz von insgesamt 358 Eingriffen an 333 Patienten. Die Daten wurden retrospektiv für den Zeitraum vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017 erhoben. Prä-, intra- und postoperative Variablen wurden erfasst und auf einen signifikanten Zusammenhang untersucht. Als Signifikanzniveau wurde p < 0,05 festgelegt. Nach 65 von 358 Eingriffen (18,2 %) wurde von Komplikationen im postoperativen Wundheilungsablauf berichtet.
Nach Anwendung des multivariaten Modells der logistischen Regressionsanalyse konnten folgende unabhängige Variablen herausgearbeitet werden, die mit postoperativen Wundkomplikationen im Zusammenhang stehen: Unter den Nebendiagnosen der Patienten verbleibt die Niereninsuffizienz als signifikante Einflussgröße (p-Wert = 0,006). Auch präoperative Leukozytenwerte sind mit einem Signifikanzniveau von 0,017 in dem Patientenkollektiv mit einem gestörten postoperativen Wundheilungsablauf höher als in der Gruppe ohne postoperative Wundkomplikationen. Das Legen einer Drainage als intraoperativ erhobene Variable steht in einem signifikanten Zusammenhang (p = 0,015) mit Wundkomplikationen. Die vierte signifikante Einflussgröße mit einem p-Wert < 0,05 ist eine Kontamination im Operationsgebiet. Liegt mehr als einer der vier signifikanten Variablen bei einem Eingriff vor, kann das Risiko Wundheilungsstörungen zu erleiden bis um das fünffache erhöht sein. So zeigt sich anhand der hier untersuchten Studie, dass postoperative Wundkomplikationen mit den ermittelten Risikofaktoren einhergehen und bei Vorliegen eines bestimmten Risikoprofils häufiger sind.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8909
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-91237
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Debus, Eike Sebastian
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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