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Titel: Identifikation von exosomalen microRNAs im Serum von Pankreaskarzinom-Patienten im Vergleich zu Patienten mit chronischer Pankreatitis und Gesunden
Sprache: Deutsch
Autor*in: Klapdor, Silke
Schlagwörter: Pankreaskarzinom; miRNA; Chemotherapie; Exosomen; chronische Pankreatitis
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-02-18
Zusammenfassung: 
Das Pankreaskarzinom gehört aufgrund seiner recht späten Diagnosestellung, des invasiven Wachstums und hohen Metastasierungspotentials zu den Krebserkrankungen mit einer sehr schlechten Prognose. Zu Zeit ist CA 19-9 der einzige validierte Biomarker für das Pankreaskarzinom. Jedoch ist er nicht spezifisch, und kann auch bei benignen Erkrankungen, wie zum Beispiel der Leberzirrhose oder Pankreatitis, erhöht sein. Deshalb sind neue nicht-invasive Marker für die frühe Entdeckung des Pankreaskarzinoms, wie auch für die Untersuchung des Therapieansprechens nötig. Exosomale miRNAs könnten solche Marker werden, da ihre Expression häufig bei Tumorpatienten dereguliert ist. MiRNAs sind kleine, nicht-kodierende RNA Moleküle. Sie inhibieren die Proteinexpression ihrer Ziel-mRNAs und modulieren so wichtige Signalwege, die zur Transformation der Zellen führen kann. Sie werden entweder passiv durch Apoptose und Nekrose oder aktiv in Exosomen ins Blut befreit. Exosomen sind an der Zell-zu-Zell Kommunikation beteiligt, Sie transportieren u.a. miRNAs, von Zelle zu Zelle und sind so an der Tumorgenese, Progression und Metastasierung beteiligt.
Ziel dieser Arbeit war es, Veränderungen in den miRNA Spiegel in Exosomen im Serum von Patienten mit Pankreaskarzinom im Vergleich zu Patienten mit chronischer Pankreatitis und gesunden Menschen zu untersuchen. Weiterhin sollte über Verlaufsmessungen während einer Chemotherapie die Dynamik der miRNA Niveaus in den Exosomen von Patienten mit Pankreaskarzinom gemessen werden.
Das Vorkommen von 45 miRNAs in Exosomen von 22 Patienten mit Pankreaskarzinom vor und während der Chemotherapie im Abstand von jeweils 4 Wochen (insgesamt 4 Serumproben pro Patient) und von jeweils 10 Gesunden und Patienten mit chronischer Pankreatitis wurden durch real-time PCR unter Verwendung von Arraykarten gemessen. Die erhaltenen Daten wurden statistisch mit den klinischen Parametern der Pankreaspatienten, sowie die Subgruppen miteinander verglichen.
Bei Patienten mit Pankreaskarzinom fand sich eine signifikante Anreicherung von miR-483-5p in Exosomen im Vergleich zu Gesunden, während die exosomale miR-200a fähig war, zwischen Patienten mit Pankreaskarzinom und Patienten mit Pankreatitis zu differenzieren. Es zeigte sich keine Korrelation zwischen dem Tumormarker CA 19-9 und miR-483-5p, allerdings eine positive Korrelation zwischen den CA 19-9 Werten und dem exosomalen Vorkommen von miR-200a sowie miR-99a. Eine Dynamik des Vorkommens dieser exosomalen miRNAs während der Chemotherapie zeigte sich nicht, wobei ihre Niveaus im Therapieverlauf relativ konstant blieben.
Meine Ergebnisse zeigen eine selektiv angereicherte Verpackung von miR-483-5p in Exosomen von Patienten mit Pankreaskarzinom. Da miRNAs von Zelle zu Zelle durch Exosomen transportiert werden können, können sie möglicherweise ihre Gastzellen modulieren und so die Tumorprogression unterstützen. Auch das konstant angereicherte exosomale Vorkommen der miRNAs während der Chemotherapie könnte somit auf die schlechte Prognose dieser Patienten hinweisen.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8913
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-91288
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Schwarzenbach, Heidi
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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