Titel: Prognostische Bedeutung einer Myokardschädigung bei Brustschmerzpatienten nach Ausschluss eines akuten Koronarsyndroms
Sprache: Deutsch
Autor*in: Koch, Eginhard Matthias
Schlagwörter: Troponin; Akutes Koronarsyndrom; Myokardschädigung
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-03-24
Zusammenfassung: 
Hintergrund: Die Belastung der Gesundheitssysteme durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Industrienationen ist beachtlich und nach wie vor die häufigste Todesursache weltweit. In unserer alternden Bevölkerung nimmt die Prävalenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen überdies weiterhin zu. Troponin-Tests spielen eine wichtige Rolle bei der Diagnose eines Myokardinfarkts. Der technologische Fortschritt hat zu sensitiveren Troponin Assays und somit zu einem verstärkten Nachweis erhöhter Troponin-Konzentrationen ohne klinischen Nachweis einer Myokardischämie geführt. Diese Entität wurde kürzlich in der vierten universellen Definition des Myokardinfarkts als Myokardschädigung definiert. Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass die Prognose dieser Patientengruppe mit der eines akuten Koronarsyndroms vergleichbar ist.

Ziel: Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Relevanz erhöhter kardialer Troponin-Konzentrationen bei Patienten ohne offensichtliche Myokardischämie in einem mittelfristigen Follow-Up zu evaluieren.

Methoden: Troponin-Konzentrationen wurden in einer Kohorte von 2.187 Patienten mit Angina pectoris (BACC-Kohorte) gemessen. Herztod/ kardiovaskulärer Tod und/ oder MI und/ oder Koronarintervention wurden als Hauptbeobachtungsparameter definiert. Die Überlebensraten wurden mittels Kaplan-Meier berechnet und statistisch signifikante Unterschiede mit dem Log-Rank-Test bewertet. Cox-Regressionen wurden für mehrere Endpunkte durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in der unabhängigen stenoCardia Studienkohorte validiert.

Ergebnisse: Der primäre Endpunkt während eines medianen Follow-Up von 1,6 Jahren trat bei 9,3% in der BACC Studie und bei 8,5% während eines medianen Follow-Up von 3,5 Jahren in der stenoCardia Studie auf. Cox-Regressionsmodelle sowie Überlebenskurven dokumentierten klinisch relevante Zusammenhänge zwischen erhöhten Troponin-Konzentrationen bei Non-ACS-Patienten und einer stark beeinträchtigten Prognose. Erhöhte Troponin-T-Spiegel bei Non-ACS-Patienten im Rahmen der BACC-Studie gingen mit einer deutlich erhöhten Gesamtmortalität einher [HR 4,51 (2,57 - 7,93); p <0,001], ähnlich wie die kombinierten Endpunkte kardiovaskulärer Tod/ MI [HR 8,87 (3,24 - 24,31); p <0,001] und kardiovaskulärer Tod/ MI/ PCI [HR 2,78 (1,69 - 4,56); p <0,001]. Die Ergebnisse waren unabhängig von dem verwendeten Troponin Assay konsistent und konnten in der stenoCardia Studie validiert werden.

Schlussfolgerung: Brustschmerz-Patienten mit dem Nachweis einer Myokardschädigung, definiert durch erhöhte Troponin-Konzentrationen, haben ein relevant erhöhtes kurz- bis mittelfristiges Mortalitätsrisiko und Risiko für zukünftige kardiovaskuläre Ereignisse. Diese Ergebnisse ebneten den Weg für eine große Placebo-kontrollierte klinische Studie, die GRAY-ZONE-Studie, in der die Wirkung von Aspirin und/ oder Atorvastatin bei Troponin-positiven Non-ACS-Patienten untersucht wird.

Background: The burden of cardiovascular disease in Western societies is tremendous and remains the leading cause of mortality worldwide. In an aging population the prevalence of cardiovascular disease is still increasing. Troponin testing plays an important role in the diagnosis of myocardial infarction. The technological progress has led to more sensitive troponin assays and thus to an increased detection rate of elevated troponin concentrations without clinical evidence for myocardial ischemia. This entity has recently been defined in the Fourth Universal Definition of Myocardial Infarction as myocardial injury. First results from smaller studies have shown that the survival rate of this patient group is comparable to the one with an Acute Coronary Syndrome.

Objective: The objective of this analysis was to evaluate the relevance of elevated levels of cardiac troponin in patients with no overt myocardial ischemia in a medium-term follow-up.

Methods: Troponin levels were measured in a cohort of 2,187 patients presenting with angina pectoris (BACC cohort). Cardiac/ Cardiovascular death and/or MI and/or PCI were defined as main outcome measures. Survival rates were estimated with the Kaplan-Meier estimator and statistically significant differences were evaluated with the log-rank test. Cox regressions were performed for multiple endpoints. The results were validated in the independent stenoCardia study cohort.

Results: The primary outcome during a median follow-up of 1.6 years occurred in 9.3% in the BACC study, and 8.5% during a median follow-up of 3.5 years in the stenoCardia study. Cox regression models, as well as survival curves documented clinically relevant associations between elevated troponin levels in non-ACS patients and impaired prognosis. Elevated troponin T levels in non-ACS patients within the BACC study, were able to precisely prognosticate all-cause mortality in multivariate, adjusted Cox regression analyses [HR 4.51 (2.57, 7.93); p<0.001], as well as the combined endpoint cardiovascular death/ MI [HR 8.87 (3.24, 24.31); p<0.001], and cardiovascular death/ MI/ PCI [HR 2.78 (1.69, 4.56); p<0.001]. The results were consistent, irrespective of the troponin assay used and could be validated in the stenoCardia study.
Conclusions: Acute non-ACS patients with myocardial injury, as defined by an elevated troponin level, are at excessive short- to mid-term risk for death and future cardiovascular events. These results paved the way for a large placebo-controlled clinical trial, the GRAY-ZONE trial, evaluating the effect of Aspirin and/ or Atorvastatin in troponin-positive non-ACS patients.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8946
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-91805
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Mahir, Karakas
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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