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Titel: Intravenöse Immunglobulintherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf von 2009-2016 und der Therapieerfolg bei CIDP-Patienten
Sprache: Deutsch
Autor*in: Rose, Julius
Schlagwörter: Immunglobuline; IVIG; CIDP; Chronisch Inflammatorisch Demyelinisierende Polyneuropathie; Neurologie; IGIV; intravenous immunoglobulin; Intravenöse Immunglobuline; neurology
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-05-07
Zusammenfassung: 
Humane, intravenös verabreichte Immunglobuline (IVIG) sind ein hochpreisiges Blutprodukt und werden seit Jahrzehnten erfolgreich bei immunologischen Krankheiten eingesetzt, ohne dass die Wirkmechanismen vollständig verstanden sind.
In dieser Arbeit wurden die IVIG-Behandlungen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zwischen 2009 und 2016 und der Therapieerfolg bei CIDP-Patienten untersucht.
Im Untersuchungszeitraum wurden insgesamt mehr als 183 kg IVIG am UKE verbraucht. Neurologische Krankheiten nehmen davon 80% in Anspruch. Der überwältigende Teil der Behandlungen erfolgt bei Diagnosen mit offizieller Zulassung oder zumindest auf solider Evidenzgrundlage. Nebenwirkungen wurden bei weniger als 7% der IVIG-Zyklen dokumentiert. Chronische Immunneuropathien, allen voran die CIDP, stellen die größten IVIG-Verbraucher dar. Ihre korrekte Diagnosestellung kann trotz der existierenden Diagnosekriterien problematisch sein, ebenso die rechtzeitige Identifikation von Non- Respondern. Die Ergebnisse dieser Studie bekräftigen die Beobachtung, dass das initiale Ausmaß elektrophysiologischer Demyelinisierung mit einer höheren Ansprechrate auf eine IVIG-Therapie einhergehen kann. Korrekt diagnostizierte Demyelinisierung unter Berücksichtigung axonaler Schäden kann sowohl vor einer falschen Diagnosestellung als auch vor möglicherweise unnötiger Erhaltungstherapie von CIDP-Patienten schützen. Dies kann auch einen Beitrag dazu leisten, dass bei Patienten mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) seltener der differentialdiagnostische Verdacht einer demyelinisierenden Neuropathie geäußert wird und dadurch seltener IVIG verabreicht werden. ALS spricht nicht auf IVIG an.
Alternative Therapien, die auf dem Fc-Fragment der Immunglobuline basieren, sind in Entwicklung. Durch die Möglichkeit der rekombinanten Herstellung könnten sie in Zukunft eine vom Blutplasma-Markt unabhängige Therapie für die vielen Patienten mit immunologischen Krankheiten ermöglichen, die heute noch auf IVIG angewiesen sind.

Intravenous administered immunoglobulins (IVIG) are a human blood product with very high costs. For decades they are being successfully used to treat numerous immune mediated diseases. Though, mechanisms of action are still not fully understood.
In this study, we analyzed the IVIG-treatments at the University Hospital Hamburg-Eppendorf (UKE) between 2009 and 2016 and the treatment response in patients with Chronic inflammatory demyelinating polyneuropathy (CIDP).

The total amount of administered IVIG was more than 183 kilograms. Neurological diseases take charge for 80% of it. Almost all of it is administered for diagnoses for which IVIG are either officially labeled or for which there is a strong scientific evidence. Adverse events were documented in less than 7% of treatment cycles. Chronic immune neuropathies, especially CIDP, are the biggest IVIG consumers. Despite existing diagnostic criteria, their correct diagnosis can be a challenge, as well as the identification of non-responders. The results of this study support a positive influence of the initial amount of demyelination in electrophysiological studies on treatment response. Critical correctness in identifying demyelination can protect from diagnostic errors and from potentially unnecessary long-term-treatments of CIDP-patients. It can be an important tool for the identification of patients with amyotrophic lateral sclerosis (ALS), who sometimes receive IVIG because of the differential diagnosis of a demyelinating neuropathy. ALS does not respond to IVIG.
New therapy options based on the Fc-fragment of immunoglobulins are in development. Because they can be produced recombinantly, they may offer the chance to treat patients with immune mediated diseases independently from the global blood product market in the future.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/9002
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-92573
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Magnus, Tim
Ludewig, Peter
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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