Titel: Prävalenz und klinische Signifikanz der PTK7-Expression beim Prostatakarzinom
Sonstige Titel: Prevalence and clinical significance of PTK7 expression in prostate cancer
Sprache: Deutsch
Autor*in: Rahmani, Sohrab
Schlagwörter: Prostatakarzinom; Protein-Tyrosin-Kinase 7; Immunhistochemie; Gewebemikroarray; Tumormarker
GND-Schlagwörter: Protein-Tyrosin-Kinasen; Prostatakrebs
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-03-10
Zusammenfassung: 
Die Protein-Thyrosin-Kinase 7 (PTK7) ist ein Transmembranrezeptor mit einer katalytisch inaktiven Thyrosin-Kinase-Domäne und spielt eine wichtige Rolle als Co-Ligand des WNT-Pathways. Untersuchungen haben gezeigt, dass PTK7 bei vielen verschiedenen Tumortypen im Vergleich zu Normalgewebe überexprimiert gefunden werden kann und dass eine PTK7 Überexpression oft mit einer ungünstigen Prognose einhergeht. Um die prognostische Bedeutung der PTK7 Expression beim Prostatakarzinom zu evaluieren, wurde ein Tissue-Microarray bestehend aus 17.747 Prostatakarzinomen immunhistochemisch mit einem Antikörper gegen PTK7 gefärbt. Die Untersuchung ergab eine konstante Expression von PTK7 in Basalzellen von Prostatadrüsen und eine variable membranöse Positivität für PTK7 in Prostatakarzinomzellen. Die PTK7 Expression wurde in Karzinomen in 4 % als stark, in 86 % als gering und in 10 % als negativ klassifiziert. Eine hohe PTK7 Expression war signifikant mit einem hohen pT-Stadium (p<0,0001), einem ungünstigen Gleason Grad (p<0,0001), dem Vorliegen von Lymphknotenmetastasen (p<0,0005), einem hohen präoperativen PSA-Wert (p<0,0005), einem positiven R-Status (p=0,0344) und einem erhöhten Risiko eines PSA-Rezidivs (p<0,0001) assoziiert. Der Vergleich mit molekularen Parametern ergab einen signifikanten Zusammenhang zwischen erhöhter PTK7 Expression und einem positiven ERG-Status (p<0,0001), Deletionen von PTEN (p<0,0001), 3p13 (p<0,0001), 5q21 (p<0,0001) und 6q15 (p=0,03268) und einem erhöhten Ki-67 Labeling Index (p<0,0001). Die positive Korrelation zwischen PTK7 Expression und dem Transkriptionsfaktor ERG passt gut zur bekannten Aktivierung des WNT-Pathways in ERG-positiven Prostatakarzinomen. Eine Subgruppenanalyse von ERG-positiven und ERG-negativen Karzinomen ergab, dass die meisten statistisch signifikanten Korrelationen zwischen PTK7 und Deletionen durch die bekannte Beziehung dieser Deletionen mit dem ERG-Status bedingt war. Die Subgruppenanalyse ergab lediglich für PTEN in ERG-positiven Tumoren eine annähernd signifikante (p=0,0901) und in ERG-negativen Tumoren eine hoch signifikante Beziehung zu PTK7 (p<0,0001). Dieser Befund passt zur bekannten Funktion von PTK7 als Co-Rezeptor von Thyrosin-Kinasen, welche mit PTEN bekannterweise interagieren. Die zur Klärung der klinischen Relevanz der Assoziation von erhöhter PTK7 Expression mit ungünstiger Prognose durchgeführte multivariate Analyse ergab, dass die PTK7 Expression bei gleichzeitiger Untersuchung von pT, pN, Gleason Grad, Serum-PSA und PTK7 ein unabhängiger Prognoseparameter war (p<0,0001). Da die absoluten Prognoseunterschiede zwischen PTK7-negativen Karzinomen (PSA-Rezidiv Wahrscheinlichkeit nach fünf Jahren: 80 %) und stark PTK7-positiven Karzinomen (PSA-Rezidiv Wahrscheinlichkeit nach fünf Jahren: 65 %) in absoluten Werten keine sehr markanten Unterschiede zeigten und da die PTK7 Expression in Untergruppen von Tumoren mit identischen quantitativen Gleason Grad keine prognostische Relevanz zeigte, ist dennoch anzunehmen, dass dem Nachweis der PTK7 Expression beim Prostatakarzinom keine klinische Bedeutung zukommt.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/9021
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-92653
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Sauter, Guido
Simon, Ronald
Hube, Claudia
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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