Titel: Political Equilibrium: Justified Social Order in a Diverse Society
Sonstige Titel: Politisches Gleichgewicht: Gerechtfertigte soziale Ordnung in einer diversen Gesellschaft
Sprache: Englisch
Autor*in: Wieczorek, Florian
Schlagwörter: Justification; Social Norms; Moral Philosophie; Equilibrium; Constructivism; Political Psychology
GND-Schlagwörter: Politische Philosophie; Politische Philosophie; Sozialvertrag; Sozialordnung; Sozialphilosophie
Erscheinungsdatum: 2021-07
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-07-08
Zusammenfassung: 
This thesis is concerned with the question of justified social order in complex and diverse societies. The first step in giving an answer consists in the rejection of the answer typically given within the familiar Rawlsian paradigm: the construction of hypothetical agents, facing a hypothetical choice situation, from which normative principles of morality or justice are derived. The second step thus consists in providing an alternative methodological framework made up of three building blocks. One, a descriptive account of the object of normative theorizing. Two, a model of justified social order as an open-ended ideal and, three, a procedure and testing conception relating the ideal back to social reality. In a third step I spell out this approach in form of a theory of justified social order. The normative core of this theory consists in the idea of justified social order as a compromise with psychological ownership. That is to say that social order is at least a compromise to the mutual benefit of everybody governed by that order. Ideally, it is further endorsed by all individuals to the extent that they can actually identify with a given set of norms as their own order. In a fourth and final step I argue that this open-ended ideal can be related to social reality by thinking of a social mechanism of norm selection and by adding a testing conception of justified social order. I only begin to sketch the contours of both ideas. My reflections on mechanism design bring together the field of deliberative democracy and a range of other ideas relevant to reasonable political decision-making. The idea of a testing conception is pursued by thinking about a comparative index of justified social order, in analogy to indices of democracy. In a nutshell, this inquiry argues for a procedural answer to the question of justified social order while replacing several normative notions commonly found in justificatory liberalism by notions that have an empirical and especially psychological underpinning.

Thema dieser Dissertation ist die Möglichkeit und Ausgestaltung gerechtfertigter sozialer Ordnung in komplexen und diversen Gesellschaften. Ein wohl bekannter Ansatz um diese Frage zu beantworten besteht darin, eine hypothetische Entscheidungssituation zwischen hypothetischen Akteuren theoretisch zu konstruieren und daraus normative Prinzipien der Moral oder der Gerechtigkeit abzuleiten. Diese vor allem durch John Rawls bekannte Vorgehensweise erweist sich jedoch bei genauerer Betrachtung als ungeeignet. Je nach Auslegung, so meine Kritik, scheitert der hypothetische Ansatz entweder an der Überwindung des Pluralismus oder bedient sich illegitimer Abstraktionen. Daher argumentiere ich in dieser Arbeit sowohl für einen alternativen methodologischen Ansatz als auch für eine alternative Theorie gerechtfertigter sozialer Ordnung. Der hier vertretene Ansatz besteht darin, theoretisch-normative Überlegungen systematisch auf ihren tatsächlichen Gegenstand zu beziehen -- eine Gemeinschaft aus Individuen und ihre Normen. Konkret besteht mein methodologischer Vorschlag aus drei Bausteinen: erstens, einer deskriptiven Konzeption sozialer Ordnung, zweitens, eines offenen und prozeduralen Ideals, und drittens, einer Übersetzung des Ideals in die soziale Wirklichkeit. Meine Theorie gerechtfertigter Ordnung veranschaulicht diese Vorgehensweise. Konkret gründet sich die Theorie auf ein Verständnis von sozialer Ordnung als eine Menge von sozialen Normen -- Regeln, welche unser Verhalten alltäglich koordinieren und so stabile und kooperative Gesellschaften ermöglichen. Der Idealzustand der hier vertretenen Theorie besteht darin, dass wir die gemeinsame soziale Ordnung als einen wertvollen Kompromiss befürworten und dadurch als unsere eigene Ordnung annehmen können. Eine solche Identifikation mit der gegebenen sozialen Ordnung wird in der politischen Theorie schon länger als erstrebenswerter Gegenpol zur Entfremdung diskutiert. Der weiterführende Beitrag dieser Arbeit besteht darin, diesen Idealzustand mit Hilfe eines psychologischen Konstrukts namens "psychological ownership" genauer zu erfassen. Das entscheidende normative Moment des angestrebten Idealzustandes besteht in der Befürwortung von und Identifikation mit sozialer Ordnung auf der Grundlage wohlüberlegter Gründe. Darüber hinaus zeigt die Theorie, dass sich ein solcher Idealzustand tatsächlich nur im Rahmen eines öffentlichen Diskurses anstreben lässt. Schließlich diskutiere ich wie das Ideal in realen Gesellschaften mittels eines politischen Mechanismus verfolgt werden kann und skizziere einen Index zur Überprüfung der Annäherung an das Ideal gerechtfertigter sozialer Ordnung.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/9125
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-94131
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Niesen, Peter
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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