Titel: Langzeiteffekte der Cytomegalievirus-Prophylaxe nach Herztransplantation
Sprache: Deutsch
Autor*in: Björklund, Carolin
Erscheinungsdatum: 2021
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-06-18
Zusammenfassung: 
Das Cytomegalievirus (CMV) gehört zu den wichtigsten Pathogenen nach Herztransplantation (HTx), da es neben einer potentiell letalen Infektion die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Abstoßungsreaktionen (ACR) und Transplantatvaskulopathien (TVP) erhöht. Als Strategien zur Prävention existieren verschiedene Therapieregimes. Bei der präemptiven Therapie wird die Virusreplikation im Blut in regulären Abständen überwacht und bei Überschreiten eines Schwellenwertes mit einer medikamentösen antiviralen Therapie vor dem Auftreten von Symptomen begonnen. Bei einer kontinuierlichen Prophylaxe wird die antivirale Therapie bereits unmittelbar ab der HTx begonnen. Mit der vorliegenden Arbeit sollen im Rahmen einer retrospektiven Analyse herztransplantierter Patienten die unterschiedlichen Therapieregimes hinsichtlich der Prävention von CMV-Infektionen verglichen werden.

Analysiert wurden die Daten von 56 Patienten nach HTx am Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg im Zeitraum vom 01.01.2010 bis 31.12.2016. Der mittlere Beobachtungszeitraum betrug 52,5 Monate (11 Monate – 7,5 Jahre). Als Studienendpunkte wurde die CMV-freie Überlebenszeit, die Inzidenz von CMV- Erkrankungen, Gesamtmortalität sowie die Inzidenz von ACR und TVP erhoben. Die erhobenen Daten wurden nach CMV-Risikogruppen und erhaltener antiviraler Medikation in Subgruppen ausgewertet.

Die Gruppeneinteilung ergab sich wiefolgt: 19 Patienten mit präemptiver Therapie, vier Patienten mit Valganciclovir-Monotherapie, 14 Patienten mit CMV-Immunglobulinen als Monotherapie, 19 Patienten mit kombinierter Therapie aus Valganciclovir und CMV-Immunglobulinen. In der Niedrigrisikogruppe konnte keine Überlegenheit einer Prophylaxe hinsichtlich CMV-freier Zeit nach HTx gezeigt werden.
Bei Patienten in der Hochrisikogruppe, welche eine kontinuierliche Prophylaxe mit Valganciclovir und CMV-Immunglobulinen erhielten, konnte eine signifikant längere CMV-freie Überlebenszeit beobachtet werden (p=0,001). Hinsichtlich Mortalität, Inzidenz an TVP oder ACR zeigten sich keine signifikanten Unterschiede.

Basierend auf den Ergebnissen dieser Analyse scheint eine kontinuierliche Prophylaxe für alle Patienten nach HTx daher nicht indiziert zu sein. Dies deckt sich weitgehend mit dem Stand der aktuellen Lehrmeinung zur CMV-Prophylaxe nach HTx. Bei Patienten in der Hochrisikogruppe ist die Überlegenheit einer kontinuierlichen medikamentösen Prophylaxe mit Valganciclovir und CMV-Immunglobulinen naheliegend. Es sind jedoch weitere Studien notwendig, um die Überlegenheit einer Prophylaxe abschließend zu evaluieren.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/9140
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-94311
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Barten, Markus Johannes
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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