Titel: | Prävalenz und klinische Signifikanz der 16q22-Deletion beim Mammakarzinom | Sprache: | Deutsch | Autor*in: | Graser, Maja Menora | Schlagwörter: | 16q22; Deletion; Prognosefaktoren; Fluoreszenz in situ Hybridisierung; Tissue Microarray | GND-Schlagwörter: | BrustkrebsGND | Erscheinungsdatum: | 2021 | Tag der mündlichen Prüfung: | 2021-09-02 | Zusammenfassung: | Das Mammakarzinom ist der häufigste maligne Tumor bei Frauen. Die Therapie besteht üblicherweise aus einer operativen Entfernung des Tumors mit anschließender Bestrahlung und je nach Risikosituation einer darauffolgenden adjuvanten Chemotherapie. Um die Indikation zur Chemotherapie zuverlässiger stellen zu können, besteht ein Bedürfnis nach neuen, besseren Prognosemarkern. Die 16q22-Deletion gehört zu den häufigsten Deletionen beim Mammakarzinom. Zur Klärung der prognostischen Bedeutung der 16q22-Deletion wurde ein Tissue-Microarray bestehend aus 2.222 Mammakarzinomen mittels Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) mit Sonden für 16q22 (in Rot) und Centromer 16 (in Grün) untersucht. Von 1.766 untersuchten Gewebeproben waren 1.213 (68,7%) in der FISH auswertbar. Eine heterozygote Deletion von 16q22 fand sich in 14,8 Prozent der 1.213 auswertbaren Tumoren. Homozygote Deletionen wurde nicht beobachtet. Die 16q22-Deletion war signifikant häufiger in Karzinomen vom nicht-speziellen Typ (NST) (16%) als in lobulären Karzinomen (7,9%) (p=0.0206). 16q22-Deletionen waren weder im Gesamtkollektiv aller Tumoren noch in den NST-Tumoren mit der pT-Kategorie, dem Nodalstatus oder dem BRE-Grad assoziiert. 16q22-Deletionen zeigten sowohl in allen Tumoren als auch der Untergruppe der NST- Tumoren eine Tendenz zu günstigerer Prognose, doch erreichte dieser Befund weder bei der Verwendung des Endpunktes Gesamtüberleben (p=0.1183) noch beim Endpunkt tumorspezifisches Überleben (p=0.3738) statistische Signifikanz. Der Vergleich von 16q22-Deletion mit den molekularen Parametern p53, p16, MTCO2, RBM3, LPCAT1, FOXP1, Deletionen von 6q15, 9p21, 10q23, 11q23, 17p13 und Amplifikationen von cMYC, MDM2, Her2/neu, ergab im Gesamtkollektiv aller Tumoren einen signifikanten Zusammenhang von 16q22-Deletionen mit einer vermehrten Expression vom Progesteronrezeptor (p=0.0002), Deletionen von 8p21 (p=0.0045), Deletionen von 13q14 (p=0.0434) und verminderte Amplifikation von Cyclin D1 (CCND1) (p=0.008). Die positive Beziehung zum Progesteronrezeptor und das geringere Risiko einer Cyclin-D1- Amplifikation, welche mit einem erhöhtem Rezidivrisiko und einem höheren Mortalitätsrisiko assoziiert ist (231), passt zu der bekannten Sonderrolle der 16q22- Deletion beim Mammakarzinom, wodurch diese Deletion im Gegensatz zu anderen Tumoren nicht mit einer ungünstigen Prognose, sondern vielleicht sogar mit einer eher günstigen Prognose assoziiert ist. Das Fehlen einer statistisch signifikanten Prognoserelevanz der 16q22-Deletion spricht aber gegen eine klinische Nutzbarkeit der Analyse der 16q22-Deletion beim Mammakarzinom. |
URL: | https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/9217 | URN: | urn:nbn:de:gbv:18-ediss-95447 | Dokumenttyp: | Dissertation | Betreuer*in: | Sauter, Guido |
Enthalten in den Sammlungen: | Elektronische Dissertationen und Habilitationen |
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Datei | Beschreibung | Prüfsumme | Größe | Format | |
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Maja Graser_Dissertation 09:21 Veröffentlichung.pdf | Prävalenz und klinische Signifikanz der 16q22-Deletion beim Mammakarzinom | 7f9619953ced2647abbf6826ee68d8f0 | 5.49 MB | Adobe PDF | Öffnen/Anzeigen |
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