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Titel: Funktionelle Bildgebung kortikaler Schmerzverarbeitung : Vergleich schmerzevozierter Aktivität im Vielkanal-Elektro- und Magnetenzephalogramm
Sonstige Titel: Functional Imaging of Cortical Pain : Comparison of Pain Evoked Activity in Multichannel EEG and MEG
Sprache: Deutsch
Autor*in: Saager, Christian
GND-Schlagwörter: Elektroencephalographie; Magnetoencephalographie; Schmerz; Schmerzforschung; Methode
Erscheinungsdatum: 2004
Tag der mündlichen Prüfung: 2005-04-18
Zusammenfassung: 
Die vorliegende Arbeit versucht, anhand vorliegenden Datenmaterials die Aussagekraft
von magneto- (MEG-) und elektro-enzephalographischen (EEG-) Registrierungen für
die Identifizierung der an der Schmerzwahrnehmung beteiligten kortikalen Strukturen
zu analysieren.
Die Daten wurden durch simultane Registrierung von Vielkanal-MEG und -EEGAbleitungen
an 17 gesunden Probanden im Rahmen von Schmerzexperimenten mit intrakutaner
elektrischer Stimulation gewonnen. Die Hirnquellenanalysen erfolgten mit
Hilfe des CURRY-Programms, das die Berechnung und Identifizierung kortikaler Quellen
in der individuellen Hirnrinde erlaubt; zur morphologischen Erfassung der individuellen
Hirnrinde unterzogen sich alle Probanden einer Magnetresonanztomographie. Als
wesentliches Ergebnis stellte sich heraus, dass MEG- und EEG-Ableitungen sich in der
Erfassung kortikaler Schmerzverarbeitung ergänzen. Es wurde gezeigt, dass die beiden
Methoden zeitlich unterschiedliche Aktivitäten mit unterschiedlicher Genauigkeit erfassen.
So eignet sich das MEG besonders für die Untersuchung von „frühen“ Aktivitäten,
die in primären und sekundären somatosensorischen Kortexarealen ablaufen, da hier
eine für diese Methode günstige tangentiale Stromflussrichtung in den kortikalen Kolumnen
produziert wird. Das zeigt sich in der vorliegenden Arbeit in einem höheren
Signal-Rausch-Verhältnis (Signal-to-Noise-Ratio, SNR) für den Latenzzeitbereich zwischen
50 ms bis 200 ms nach dem Reiz, in dem diese Strukturen aktiv sind. Demgegenüber
ist in späteren Zeitbereichen das SNR im Vielkanal-MEG wesentlich geringer,
sowohl im Vergleich zum MEG im frühen Latenzbereich wie auch im Vergleich zum
simultan gemessenen EEG.
Dagegen zeigt das Elektroenzephalogramm ein sehr gutes SNR gerade für diesen späten
Zeitbereich von 200 ms bis 350 ms nach dem Reiz. Es ist bekannt, dass in diesem Zeitbereich
eine schmerzrelevante Aktivierung des Gyrus cinguli erfolgt. Dies konnte auch
in der vorliegenden Arbeit eindeutig bestätigt werden. Hier ist die induzierte Stromflussrichtung
in den kortikalen Kolumnen radial in Richtung Vertex ausgerichtet, was
günstig ist für die Erfassung der Volumenströme im EEG, jedoch ungünstig für die
extrazephale Messung von kortikalen Magnetfeldern.
Damit wurde gezeigt, dass es nicht sinnvoll ist, simultane Messungen des MEG und
EEG für gleiche Latenzzeitbereiche als gleichwertige Zugriffe kortikaler Aktivität auszuwerten,
sondern dass es erheblich erfolgversprechender ist, diese beiden komplementären
Verfahren einzeln auf verschiedene Latenzzeitbereiche anzuwenden, um die an
der Schmerzverarbeitung beteiligten kortikalen Strukturen beim Menschen bestmöglich
und nicht-invasiv zu identifizieren.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/924
URN: urn:nbn:de:gbv:18-24444
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Bromm, Burkhart (Prof. Dr. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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