Titel: Language design and parametric interaction. Approaching the emergence of Clitic Doubling from below
Sprache: Englisch
Autor*in: Navarro, Mario
Schlagwörter: Clitic Doubling; Parameters; Syntax; Universal Grammar; Biology
Erscheinungsdatum: 2020-11
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-07-07
Zusammenfassung: 
Ziel dieser Dissertation ist die Natur der Parameter aus einer
minimalistischen/biolinguistischen Perspektive zu betrachten, unter der Annahme, dass es sich um emergente Eigenschaften handelt, die nicht spezifiziert in UG sind. Zusätzlich stelle ich, neuen empirischen Daten folgend, eine neue Parameter-Taxonomie auf, welche den in dieser Untersuchung vorausgesetzten epigenetischen Ansatz ebenfalls stützt.
Die "überspezifizierte" UG steht eindeutig den Designeigenschaften gegenüber, die das minimalistische Programm (Chomsky 1995) annimmt. Hinzu kommt, dass der Genetischzentrismus gegenwärtig von den meisten biologischen Entwicklungstheorien nicht akzeptiert wird, diese sind stattdessen auf die Interaktion eines komplexen Sets von Entwicklungseigenschaften fokussiert (Lorenzo & Longa 2009). Schließlich ist eine überspezifizierte UG auch nicht mit den aktuellen Theorien zur Sprachevolution kompatibel (Hornstein 2009, Boeckx 2009), die darin übereinstimmen, dass der Aufstieg der menschlichen Sprache eine kürzlich Veränderung in der Gattung Homo Sapiens darstellt, was zu der Idee führt, dass UG so einfach wie möglich sein muss (Chomsky 2007, 2010).
Um dies zu zeigen, diskutiere ich das Auftauchen von klitischen Dopplung-Parametern, deren interaktionales Szenario die klitischen Elemente sowie die Präspezifikation des Verbbewegung-Parameters beinhaltet. Da die Korrelation der Verbbewegung empirisch gerechtfertigt ist durch den Einfluss auf die Verfügbarkeit des Objekts für A´-Positionen, lege ich dementsprechend dar, dass der Verlust der
Verbbewegung in romanischen Sprachen direkt mit dem Auftauchen von klitischen Dopplung-Konstruktionen verbunden ist.
Genauer gesagt, da klitische Dopplung verbunden ist mit der „Accessibility interpretation“ von Objekten (siehe Fischer & Rinke 2013), kann der Verlust an Informationen codiert in den präverbalen A´-Positionen durch klitischen Dopplung Konstruktionen zurückgewonnen werden (siehe Navarro et al. 2017 und Fischer et al.
2019). In anderen Worten tritt das Phänomen der klitischen Dopplung als „recovery mechanism“ auf, um die durch Präspezifikationen der Verbbewegung Parameter beeinträchtigte „Accessibility interpretation“ zu reparieren. Indem die mit beiden Parametern assoziierten grammatikalischen Effekte analysiert werden, ist es zusätzlich auch möglich, einen entscheidenden Unterschied zwischen diesen zu identifizieren: Das Verbbewegung-Parameter nur formale Merkmale im interaktionalen Szenario und beeinflusst somit Kerneigenschaften von Grammatik. Im Gegensatz dazu umfasst das klitische Dopplungs-Parameter eine breitere Reihe von Eigenschaften, die mit
grammatikalischen Schnittstellen im Zusammenhang zu stehen scheinen. Dieser Unterschied kann auch in Verbindung zu unterschiedlichen interaktionalen Merkmalen gesetzt werden, welche wiederum verschiedene Emergenzszenarien definieren: (i) Core-parameters, deren Erscheinung ausschließlich den drei Faktoren
des Sprachendesigns unterliegt; und (ii) Peripheral-parameter, deren Erscheinung von spezifizierten Core-parameter und bestimmten, im Lexikon vorgespeicherten Elementen abhängig ist. Da beide Parameter in epigenetischen Begriffen definiert sind, kann schließlich eine „perspective from below“ (Chomsky 2007) bezüglich UG
aufrechterhalten werden.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/9412
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-97894
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Fischer, Susann
Grohmann, Kleanthes K.
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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