Titel: Immunhistochemische Bestimmung der Muc5AC Expression auf über 3400 menschlichen Tumoren und dessen Bedeutung für die klinische Praxis
Sprache: Deutsch
Autor*in: Mahnken, Moritz
Erscheinungsdatum: 2021
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-09-13
Zusammenfassung: 
Muc5AC ist ein Muzinprotein, welches physiologisch vor allem in respiratorischem Epithel, Magen- und Gallenblase exprimiert wird. Muc5AC ist ein potentielles Therapieziel und wird als möglicher Parameter für die Zuordnung von Metastasen unklaren Ursprungs vorgeschlagen. Die bisherige Literatur zur Häufigkeit der Expression von Muc5AC in verschieden Tumorarten ist teilweise widersprüchlich. Aus diesem Grund wurde in der vorliegenden Studie Muc5AC in einem Kollektiv von 2684 Tumoren und 76 verschiedenen Normalgewebstypen in einem Tissue Microarray Format immunhistochemisch untersucht. Eine Muc5AC Expression fand sich in verschiedenen Normalgeweben einschließlich respiratorischer Schleimhaut von Nasennebenhöhlen und von Bronchien, Magenschleimhaut, Gallenblasenepithel und endozervikalen Drüsen. Zumindest eine geringgradige schwache Positivität für Muc5AC wurde in 31 von 82 (38%) verschiedenen Tumortypen gefunden. In 21 von 82 Tumortypen (26%) wies mindestens ein Tumor eine starke Muc5AC Expression auf. Am häufigsten fand sich eine Muc5AC Expression in den Kategorien Adenokarzinome des Oesophagus (71,8%), Kolonadenome (high-low grade, 60-63,6%), duktale Adenokarzinome des Pankreas (63,6%), Magenkarzinome intestinaler Typ (56,7%), Ovarialkarzinome muzinös (45,5%) und Magenkarzinome diffuser Typ (44,4%). Mehrere klinisch relevante Tumoren zeigten niemals eine Muc5AC Färbung. Dazu gehörte das Prostatakarzinom (n=46), das klarzellige Nierenzellkarzinom (n=46), das Hepatozelluläre Karzinom (n=48), Plattenepithelkarzinome des Oesophagus (n=31), der Lunge (n=24), des Mundbodens (n=42) und der Vulva (n=33), das lobuläre Mammakarzinom (n=29), maligne Melanome (n=44), malignes Mesotheliom (n=37), papilläre (n=43) und chromophobe (n=45) Nierenzellkarzinome, Seminom des Hodens (n=50), embryonales Karzinom des Hodens (n=44) sowie alle untersuchten Lymphome und Sarkome. Die hohe Prävalenz der Muc5AC Expression in gastrointestinalen, pulmonalen und pankreatischen Adenokarzinomen bei weitgehendem Fehlen einer Muc5AC Expression in anderen wichtigen Tumorarten wie Adenokarzinomen der Prostata, der Mamma oder Schilddrüsenkarzinomen spricht für eine mögliche diagnostische Nützlichkeit der Muc5AC Immunhistochemie. Da allerdings viele Tumortypen häufig Muc5AC exprimieren und keiner dieser Tumortypen Muc5AC immer exprimiert, kann die Muc5AC Immunhistochemie nur in Kombination mit anderen Markern zur Zuordnung unklarer Tumormanifestationen zu einem bestimmten Primärtumor nützlich sein.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/9456
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-98567
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Sauter, Guido
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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