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Titel: Evidenzbasiertes perioperatives Management in der Viszeralchirurgie
Sprache: Deutsch
Autor*in: Kues, Benjamin
Schlagwörter: Perioperatives Management; Gefäßmedizin
GND-Schlagwörter: Perioperative PhaseGND
BauchchirurgieGND
Evidenz-basierte MedizinGND
Erscheinungsdatum: 2021
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-11-10
Zusammenfassung: 
Ziel: Das Ziel der vorliegenden Untersuchung besteht darin, durch eine Literaturrecherche Empfehlungen für das perioperative Management bei verschiedenen viszeralchirurgischen Eingriffen herauszuarbeiten. Dabei sollte zwischen Maßnahmen unterschieden werden, die generell für chirurgische Eingriffe gelten (wie z. B. Hygieneregeln) und Maßnahmen, die für spezielle Eingriffe spezifisch umzusetzen sind.

Methodik: Die Basis dieser Arbeit bildet eine Literaturrecherche zu nationalen und internationalen Leitlinien hinsichtlich perioperativer Antibiotikaprophylaxe (PAP), klinischer Ernährung, Volumentherapie, perioperativer Schmerztherapie, Hypothermie, Hämotherapie und Antikoagulation. Zusätzlich wurden die Empfehlungen zu verschiedenen perioperativen Maßnahmen mit denen der Enhanced Recovery after Surgery Gesellschaft (ERAS) abgeglichen. Hierzu wurde die aktuell publizierte Literatur ausgewertet, die aus Metaanalysen, Systematic Reviews und Randomized controlled trials (RCT) aus dem Zeitraum 2010-2020
besteht.

Ergebnis: Zu den generell empfohlenen Maßnahmen des perioperativen Managements gehören u. a. eine eingriffsunabhängige kurze PAP, die bei Eingriffen mit weniger als 2 Stunden Dauer als Einmalgabe erfolgt, eine schnelle Wiederaufnahme der oralen Ernährung nach 24-48 Stunden und eine restriktive postoperative Flüssigkeitstherapie. Außerdem wird eine Opioide einsparende, multimodale Analgesie empfohlen. Hypothermie-Management und Patient Blood Management sind weitere wichtige Bausteine. Die mechanische Darmvorbereitung in der kolorektalen Chirurgie ist umstritten, wird jedoch mehrheitlich in der Kombination mit einer oralen Antibiotikaprophylaxe befürwortet. Feste Hygieneregeln zum Umgang mit MRSA-Patienten sind streng zu beachten.

Folgerung: Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass die Ergebnisse in der Viszeralchirurgie zum beträchtlichen Teil von der Qualität des perioperativen Managements abhängen.
Herauszuheben ist das ERAS-Konzept, das eine Frühmobilisation des Patienten, eine ausreichende Schmerztherapie, den Verzicht auf Drainagen oder Magenschläuche und eine frühe orale Ernährung beinhaltet. Mit diesem Konzept ließen sich postoperative Liegezeiten und Komplikationsraten im Vergleich zur Standardtherapie signifikant reduzieren.

Background: Purpose of this study was to establish recommendations on the basis of a literature review for the perioperative management in different specialties of visceral surgeries.
Measures should thereby be distinguished between general advice for surgeries (i. e. hygiene rules) and measures specifically made for particular interventions.

Methods: Based on a literature review of national and international guidelines regarding perioperative infection prophylaxis, clinical nutrition, volume replacement, perioperative pain management, hypothermia, haemotherapy and anticoagulation. Subsidiary recommendations have been compared with those from the ERAS-society. Hereto has the currently published literature been analyzed consisting of meta-analyses, systematic reviews and randomized controlled trials from the period 2010-2020.

Results: Non-specific measures include perioperative short-term infection prophylaxis, which consists of a single dose antibiotics for surgeries lasting less than 2 hours, a quick return to oral nutrition after 24-48 hours and a multimodal pain managment. Management of hypothermia and the patient blood management are additional important perioperative components. Mechanical bowel preparation for colorectal surgery is controversial, but is recommended in combination with an oral antibiotic prophylaxis. Strict hygiene rules to handle MRSA-patients have to be followed.

Conclusion: The current data show that the clinical outcome of visceral surgeries is substantially related to the quality of the perioperative management. The ERAS-concept should be highlighted, which includes early mobilization of the patient, a sufficient pain management, abandonment of drainages or tubes and an early oral nutrition. Utilizing this concept leads to significantly reduced postoperative hospital length of stay and lower rates of complications in comparison to standardized protocols.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/9472
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-98319
Dokumenttyp: Dissertation
Bemerkung: Rechte der Abbildungen liegen bei den Autoren der Arbeiten aus denen Sie entnommen wurden; Genehmigung zur Nutzung im Rahmen der Dissertation liegen vor.
Betreuer*in: Debus, Eike Sebastian
Grundmann, Reinhart
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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