Titel: | Untersuchung zur Prävalenz von 3.-Generations-Cephalosporin- resistenten Enterobacterales und Vancomycin-resistenten Enterococci am UKSH Lübeck in 2014 | Sprache: | Deutsch | Autor*in: | Baum, Charlott | Erscheinungsdatum: | 2021 | Tag der mündlichen Prüfung: | 2022-02-08 | Zusammenfassung: | Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE) können nur eingeschränkt antibiotisch behandelt werden. Das Wissen über den Kolonisationsstatus in der Bevölkerung, Risikofaktoren und ein erfolgreiches Einbremsen der Ausbreitung von Multiresistenten Gram-negativen Erregern (MRGN) und Vancomycin- resistenten Enterokokken (VRE) weist große Lücken auf. In Lübeck wurde als Teil eines großen Projektes (ATHOS) die Prävalenz von 3.- Generations-Cephalosporin-resistenten-Enterobakterien (3GCREB) und VRE im ambulanten Bereich bestimmt und deren Resistenzmechanismen untersucht. Insgesamt 473 Patienten wurden bei Aufnahme am UKSH-Lübeck auf eine Kolonisation mit 3GCREB und VRE gescreent. Zusätzlich wurde mittels eines Fragebogens eine Risikoanamnese erhoben. Die Untersuchung ergab eine Aufnahmeprävalenz von insgesamt 24 (5,1 %) 3GCREB-positiven Teilnehmern. Nach erfolgter Resistenztestung wurden die Enterobacterales aus 13 (54,2 %) Proben als 2MRGN und 11 (45,8 %) mal als 3MRGN klassifiziert. Bei 20 (83,3 %) Proben wurden Extended-Spectrum-ß- Laktamasen (ESBL) als Resistenzmechanismus gezeigt und 4 (16,7 %) Proben bildeten eine AmpC-ß-Laktamase. Unter den 3GCREB machte Escherichia coli mit 79,2 % den größten Anteil aus. Die Aufnahmeprävalenz für VRE-positive Teilnehmer lag bei 2 (0,4%). Beide VRE gehörten zur Spezies Enterococcus faecium. Die Auswertung der Fragebögen ergab für den Standort Lübeck keine Risikofaktoren für eine Kolonisation mit 3GCREB oder VRE mit statistischer Signifikanz. Durch das größere Kollektiv des ATHOS-Projektes mit insgesamt 4376 Probanden wurden fünf Risikofaktoren gefunden. Eine im Vorfeld durchgeführte Antibiotikatherapie, eine frühere Kolonisation mit MRE, die Reise in ein Hochendemiegebiet, eine Therapie mit PPI/Antazida und der Aufenthalt in einem Altenpflegeheim ließen sich als signifikante Risikofaktoren identifizieren. Die Literatur zeigt, dass vor allem allgemeine Hygienemaßnahmen die nosokomiale Verbreitung der MRE am effizientesten verhindert. Antibiotic Stewardship Programme tragen zeitgleich zu einem gezielteren Einsatz von Antibiotika bei. Mit dieser Arbeit wurde erstmals die Prävalenz von 3GCREB und VRE im ambulanten Bereich in Lübeck bestimmt und eine Basis für weitere Untersuchungen geschaffen. |
URL: | https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/9517 | URN: | urn:nbn:de:gbv:18-ediss-99338 | Dokumenttyp: | Dissertation | Betreuer*in: | Knobloch, Johannes |
Enthalten in den Sammlungen: | Elektronische Dissertationen und Habilitationen |
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09.03.2022 Dissertation ohne Lebenslauf.pdf | 5dd82d69390181ec140025a6619a20ac | 45.58 MB | Adobe PDF | Öffnen/Anzeigen |
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