Titel: | Analyse und Ausblick zur sexualmedizinischen Ausbildung am Beispiel von Medizinstudierenden am Hamburger Universitätsklinikum | Sonstige Titel: | Analysis and Prospect of Education in Sexual Medicine using the Example of Medical Students at the University Hospital of Hamburg | Sprache: | mehrsprachig | Autor*in: | Jopt, Konstantin | Schlagwörter: | Sexualmedizin; Ausbildung; Sexualität; Einstellung; Wissen; Sexualwissenschaften | Erscheinungsdatum: | 2021 | Tag der mündlichen Prüfung: | 2022-02-02 | Zusammenfassung: | Die gesundheitliche Bedeutung der Sexualität ist unumstritten. Dennoch belegen zahlreiche Studien, dass viele angehende Ärzte auch heute noch nicht adäquat für den Umgang mit sexualmedizinischen Problemen – das betrifft gleichermaßen Diagnostik wie Therapie – ausgebildet sind, sodass viele Patienten unterversorgt bleiben. Zur Analyse der Entwicklung der sexualmedizinischen Lehre in Deutschland wurde eine erstmals 1972 vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführte Befragung damaliger Medizinstudierender zu ihrem Interesse an und Wissen über menschliche Sexualität 40 Jahre später mit dem gleichen Fragebogen (Meyenburg & Sigusch, 1973) wiederholt. Dieser besteht aus Fragen zum Interesse an sexualmedizinischen Lehrinhalten, darüber hinaus aus 57 Wissensfragen (Multiple Choice). 2012 waren 80 % der Studierenden der Ansicht, dass sexualmedizinische Inhalte in Vorlesungen und Seminaren berücksichtigt werden sollten. 1972 hatten dem sogar nahezu alle Befragten (99,2 %) zugestimmt. Im Vergleich zu 1972 betrug 2012 der Zuwachs an richtig beantworteten Wissensfragen ganze 4%. Allerdings überraschte es, dass auch 40 Jahre später immer noch nur die Hälfte aller Fragen richtig beantworten wurden. Die erneute Befragung unterstrich somit, dass bei Hamburger Medizinstudierenden das Interesse an sexualmedizinischen Inhalten in ihrer Ausbildung zwar nach wie vor groß ist. Die weiterhin bestehenden Wissensdefizite verdeutlichten jedoch einen erheblichen Bedarf, dass ein Ausbau der sexualmedizinischen Lehre dringend erforderlich ist. Auf Basis der der Dissertation zugrunde liegenden Publikation, zwei weiterer Studien von Turner et al. (2014, 2016) und entsprechend der Empfehlungen der ISSM wurde 2018 unter der Leitung des Instituts für forensische Psychiatrie und Sexualwissenschaften am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in Deutschland erstmalig ein verpflichtendes sexualmedizinisches Kerncurriculum in die medizinische Ausbildung eingebracht. Das Curriculum beinhaltet sexualmedizinische Themen wie Diagnostik und Therapie sexueller Dysfunktionen sowie die Erhebung einer Sexualanamnese. Die Inhalte werden über Vorlesungen, Seminare und Unterricht am Krankenbett - sowohl unter simulierten Bedingungen als auch im direkten Kontakt mit Patienten - gelehrt und anschließend mittels OSCE geprüft. Um zu gewährleisten, dass zukünftige Ärzte in Bezug auf sexualmedizinische Gesundheitsaspekte offen, empathisch und unvoreingenommen mit ihren Patienten umgehen können, sollte die sexualmedizinische Ausbildung an deutschen Hochschulen deutlich erweitert als auch an das gewandelte Verständnis von Sexualität angepasst wird. |
URL: | https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/9521 | URN: | urn:nbn:de:gbv:18-ediss-99381 | Dokumenttyp: | Dissertation | Betreuer*in: | Briken, Peer |
Enthalten in den Sammlungen: | Elektronische Dissertationen und Habilitationen |
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