Titel: Peer Education als Ausbildungskonzept für Reanimationstrainings bei Schüler:innen Untersuchung der Effektivität von Schüler:innen als Instruktoren und Prüfer für kardiopulmonale Reanimation
Sprache: Deutsch
Autor*in: Ruhnke, Bjarne
Schlagwörter: Medizin; Laienreanimationsausbildung; Wiederbelebung; Peer-Education; 4-Step-Approach; Laienreanimationsrate; Kids Save Lifes
GND-Schlagwörter: WiederbelebungGND
AusbildungGND
Peer LearningGND
BildungssystemGND
Erscheinungsdatum: 2018
Tag der mündlichen Prüfung: 2022-10-25
Zusammenfassung: 
Hintergrund: Die flächendeckende Ausbildung von Laien erhöht die Helferrate bei einem plötzlichen außerklinischen Herzkreislaufstillstand. Diese wiederum korreliert direkt mit der Überlebensrate. Die institutionelle Kopplung des Reanimationsunterrichts an die Schule hat viele Vorteile, erfordert aber auch qualifiziertes Personal für die Durchführung des Unterrichts. Ausgebildete Schüler:innen (Multiplikatoren), die das praktische Training anderer Schüler:innen übernehmen, wären eine nachhaltige und kostengünstige Möglichkeit, den Reanimationsunterricht an den Schulen durchzuführen. Ziel dieser Studie ist es, zu überprüfen, ob speziell trainierte Schüler:innen in der Lage sind, effektiv Basisreanimationsmaßnahmen zu unterrichten und praktische Fähigkeiten reliabel zu bewerten.
Methoden: Die Fähigkeiten der Multiplikatoren als Instruktoren und Prüfer wurden in einer experimentellen, randomisierten, kontrollierten Studie untersucht und mit denen von professionellen Instruktoren verglichen.
An 8 Hamburger Schulen wurden Multiplikatoren rekrutiert und strukturiert zu Instruktoren ausgebildet. Instruktoren beider Gruppen führten Reanimationstrainings mit Schüler:innen der 8. und 9. Jahrgangsstufe durch und bewerteten die praktischen Fertigkeiten der Schüler:innen im Rahmen einer strukturierten objektiven Prüfung anhand eines neu entwickelten Bewertungsinstrumentes mit 8 Items. Die Zuteilung der Schüler:innen zur Interventions (Multiplikatoren)- und Kontrollgruppe (professionelle Instruktoren) erfolgte randomisiert. Zur Prüfung der Primärhypothese „Multiplikatoren können HLW (Herzlungenwiederbelebung) genauso effektiv unterrichten wie professionelle Instruktoren“ wurden die Bestehensraten der Schüler:innen aus den beiden Gruppen verglichen.
Die Sekundärhypothese: „Multiplikatoren können HLW in einer simulierten praktischen Prüfung genauso zuverlässig (reliabel) bewerten wie professionelle Instruktoren“ wurde mit Hilfe der Inter-Rater-Reliabilität anhand des intraclass correlation coefficient (ICC) zwischen den professionellen Instruktoren und den Multiplikatoren analysiert.
Ergebnisse: 111 Multiplikatoren und 15 professionelle Instruktoren haben Schüler:innen zwischen 14 und 18 Jahren trainiert. Die Prüfungsergebnisse von 1087 Schüler:innen konnten analysiert werden. In der Gruppe, die von den Multiplikatoren trainiert wurde, bestanden 40,3% (n=471) der Schüler:innen die Prüfung. In der Gruppe, die von professionellen Instruktoren trainiert worden war, bestanden 41% (n=466) der Schüler:innen die Prüfung.
Die Inter-Rater-Reliabilität zwischen den Multiplikatoren und den professionellen Instruktoren war hoch (ICC: 0.76). Insgesamt gab es eine systematische Abweichung in der Bewertung in 3 der 8 essentiellen Punkte zwischen den Multiplikatoren und den professionellen Instruktoren. Diese Punkte wurden von den Multiplikatoren häufiger als nicht-bestanden bewertet als von den professionellen Instruktoren.
Fazit: Diese Studie zeigt, dass Multiplikatoren effektive Trainer für HLW sind und in hohem Maße übereinstimmend mit professionellen Instruktoren bewerten
Der Einsatz von Multiplikatoren als Trainer für Basisreanimationsmaßnahmen könnte ein wichtiges Element für die flächendeckende Umsetzung des empfohlenen Reanimationsunterrichts an Schulen sein.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/9904
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-104371
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Zöllner, Christian
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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