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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-98496
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2019/9849/


Patientenbelastung während Langzeit-Wachoperationen in der funktionellen Neurochirurgie (Tiefe Hirnstimulation zur Behandlung von Bewegungsstörungen)

Sieger, Johanna Sigrid Inge

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SWD-Schlagwörter: Parkinson , Patientenbelastung , Langzeitwachoperationen
Basisklassifikation: 44.65
Institut: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Hamel, Wolfgang (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.06.2019
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 05.08.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: Die Tiefe Hirnstimulation (THS) ist eine etablierte Therapie zur Behandlung von Patienten mit Idiopathischem Parkinson-Syndrom (IPS), Essentiellem Tremor (ET) und Dystonie. Für eine optimale Elektrodenplatzierung und die intraoperative Testung von Wirkungen und Nebenwirkungen der Stimulation ist eine Operation unter Lokalanästhesie erforderlich.
Material und Methoden: Ziel unserer Studie war es, diejenigen Faktoren zu identifizieren, die die subjektive intraoperative Patientenbelastung bei stereotaktischen Wachoperationen zur Behandlung von Bewegungsstörungen beeinflussen. Hierzu wurde bei 90 Patienten zu 21 Zeitpunkten während der Operation das vom Patienten empfundene Belastungs- und Stressniveau mit Hilfe einer visuellen Analogskala (VAS) erfasst.
Ergebnisse: Beim Vergleich von Patienten mit IPS, ET und Dystonie im gemischten linearen Modell hatten der Operationsschritt (p<0,001), die Diagnose des Patienten (IPS, ET und Dystonie; p=0,012) und die Remifentanilgabe des vorherigen Operationsschrittes (p=0,038) einen signifikanten Einfluss auf die intraoperative Patientenbelastung. Dabei unterschied sich diese bei Patienten mit IPS signifikant von der der Patienten mit ET (p=0,015) und mit einer Dystonie (p=0,034). Im von uns untersuchten Kollektiv der Patienten mit IPS hing die intraoperative Belastung im gemischten linearen Modell signifikant vom Operationsschritt (p<0,001) und von der Remifentanilgabe des vorherigen Operationsschrittes (p=0,007) ab. Die Test-Stimulation (Operationsschritt 7) zusammen mit den angrenzenden Schritten während der Mikroelektrodenableitung (Operationsschritt 6) und nach der Test-Stimulation (Operationsschritt 8) sowie die Trepanation (Operationsschritt 3) wurden von den Patienten als besonders belastend wahrgenommen.
Schlussfolgerung: Die VAS ist ein sehr gut geeignetes Instrument, um das Belastungsniveau des Patienten im Verlauf der Operation zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu erheben. Die höhere subjektive intraoperative Belastung der Patienten mit IPS im Vergleich zu Patienten mit ET und mit einer Dystonie erfordert ein entsprechend intensiveres Monitoring. Eine besonders intensive Betreuung ist aufgrund der größeren intraoperativen Belastung bei Patienten mit fortschreitender Parkinsonerkrankung notwendig. Um das Stressniveau besser steuern zu können ist es entscheidend, die Dosierung des kurzwirksamen Opiats Remifentanil im Verlauf der Operation anzupassen. Durch eine Erhöhung der Remifentanildosis konnte eine entsprechende Reduktion der Patientenbelastung im folgenden Operationsschritt erreicht werden. Bei der Trepanation und besonders bei der Test-Stimulation zusammen mit den angrenzenden Schritten während der Mikroelektrodenableitung und nach der Test-Stimulation mit der hier herausragenden Patientenbelastung ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Dies ist unseres Wissens nach die erste Studie, die die subjektive intraoperative Patientenbelastung während der THS zur Behandlung von Bewegungsstörungen untersuchte.

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