Titel: Kann Zeit Wunden heilen? Eine multizentrische Längsschnittstudie zu Angst und Depressionen bei Eltern krebskranker Kinder
Sprache: mehrsprachig
Autor*in: Kurz, Hannah
Schlagwörter: pädiatrische Krebserkrankungen; Angst; Depressivität; Hirntumore; Leukämie; Eltern krebskranker Kinder
GND-Schlagwörter: MedizinGND
PsychologieGND
PsychoonkologieGND
ElternGND
KindGND
Psychische BelastungGND
Krebs <Medizin>GND
NachsorgeGND
Erscheinungsdatum: 2025
Tag der mündlichen Prüfung: 2026-04-01
Zusammenfassung: 
Eine Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter geht mit einer erheblichen Belastung für die Betroffenen und deren Angehörigen einher. Es gibt in der Literatur Hinweise darauf, dass Angehörige stärker belastet sein können, als die Betroffenen selbst. Insbesondere für Eltern zählt die Krebsdiagnose des eigenen Kindes wohl zu den intensivsten und einschneidendsten Erfahrungen, die sie insgesamt machen können. Die mit der Erkrankung verbundenen Belastung kann dabei über die Akutbehandlung hinaus fortbestehen und auch langfristig zur Entwicklung von Angststörungen und Depressionen beitragen. Die bisherige Literatur hierzu ist jedoch weiterhin begrenzt. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Prävalenz klinisch relevanter Angst- und Depressionssymptome bei Eltern krebskranker Kinder nach Therapieabschluss zu erfassen. Zudem sollten Einflussfaktoren und Verläufe von Ängsten/Depressivität während der Nachsorge erfasst werden. Hierzu wurden in einer deutschlandweiten Studie 516 Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Hirntumoren oder Leukämien zu drei Messzeitpunkten befragt. Nach Therapieende erreichten 34 % der Eltern die Schwelle für klinisch relevante Angstsymptome und 30 % die Schwelle für klinisch relevante depressive Symptome. Bis zum Studienende sank dieser Anteil auf jeweils 16 %. Mütter berichteten über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg höhere Belastungswerte als Väter. Mit elterlicher Angst- und Depressionssymptomatik waren in unserer Stichprobe vor allem krankheitsunabhängige Faktoren assoziiert, darunter sozioökonomische Aspekte, somatische oder psychische Vorbelastungen der Eltern sowie psychosoziale Faktoren. Die longitudinalen Regressionsmodelle zeigten, dass höhere Ausgangswerte mit einer stärkeren Symptomverbesserung einhergingen, während eine längere Zeit seit Diagnosestellung mit einer geringeren Symptomverbesserung assoziiert war. In der Verlaufsgruppenanalyse zeigten sich zwischen der Gruppe mit durchgehend niedriger Belastung und der Gruppe mit durchgehend hoher Belastung die größten Unterschiede. Letztere war unter anderem durch einen niedrigeren sozioökonomischen Index sowie einen höheren Anteil Alleinerziehender und arbeitsloser Eltern gekennzeichnet. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die gesamte Familie einschließlich beider Elternteile auch über die Behandlungsphase hinaus in den Blick zu nehmen, z.B. durch systematische Nachsorgeprogramme oder auch durch familienorientierte Rehabilitationen. Künftige Forschung sollte die Bedeutung krankheitsunabhängiger Einflussfaktoren für die psychosoziale Belastung betroffener Eltern weiter differenzieren.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12341
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-137023
Dokumenttyp: Dissertation
Bemerkung: Die Studie war eingebettet in ein übergeordnetes Forschungsprojekt. Das Studienprotokoll hierzu findet sich unter: DOI: 10.1136/bmjopen-2016-014505.
Betreuer*in: Inhestern, Laura
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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