Titel: Invasive Ventilation and Mortality in Critically Ill Nonagenarians: A Retrospective Cohort Study
Sonstige Titel: Invasive Beatmung und Mortalität bei kritisch kranken über 90-Jährigen: Eine retrospektive Kohortenstudie
Sprache: Englisch
Autor*in: Haar, Markus
Schlagwörter: Invasive ventilation; Nonagenarians; Intensive care unit; Long-term mortality; Ventilation duration; Prognostic factors
GND-Schlagwörter: Künstliche BeatmungGND
IntensivmedizinGND
Hohes AlterGND
SterblichkeitGND
Langfristige PrognoseGND
KohortenanalyseGND
Erscheinungsdatum: 2026
Tag der mündlichen Prüfung: 2026-08-05
Zusammenfassung: 
In dieser retrospektiven Kohorte von 1.422 ICU-Patient:innen ≥90 Jahre war invasive Beatmung (IV) häufig und mit deutlich höherer ICU- und Krankenhausmortalität assoziiert. Die Gesamtsterblichkeit war hoch (kumulative Sterblichkeitswahrscheinlichkeit 50,4% nach 6 Monaten und 59,4% nach 12 Monaten) und lag bei Patient:innen mit IV höher als ohne IV (12 Monate: 73,2% vs. 53,4%). Entscheidend war jedoch die Dauer der IV: Eine Beatmung >72 Stunden identifizierte konsistent eine Hochrisikogruppe mit sehr ungünstiger Prognose. Zusammen mit erhöhtem Laktat, hohen SOFA-Scores und hoher Komorbidität ergeben sich pragmatische Marker, die früh im Verlauf verfügbar sind. Klinisch unterstützen die Daten, IV – insbesondere fehlende Entwöhnung innerhalb von 72 Stunden – als Anlass für frühe, strukturierte und patientenzentrierte Therapiezielgespräche und ggf. zeitlich begrenzte ICU-Therapieversuche zu nutzen. Aufgrund des Beobachtungsdesigns und fehlender geriatrischer Kernvariablen sind die Befunde als Prognosesignale zu verstehen und belegen keine Kausalität der IV für Mortalität.

In this retrospective cohort of 1,422 ICU patients aged ≥90 years, invasive ventilation (IV) was common and associated with substantially higher ICU and hospi-tal mortality. Overall mortality was high (cumulative mortality risk 50.4% at 6 months and 59.4% at 12 months) and was higher in patients who received IV than in those never ventilated (12 months: 73.2% vs 53.4%). The key discriminator, however, was duration: IV persisting beyond 72 hours consistently identified a subgroup with very poor prognosis. Together with elevated lactate, high SOFA scores, and greater comorbidity burden, these findings provide pragmatic early markers that can support clinical decision-making. Clinically, the results support using IV – particularly failure to achieve liberation within 72 hours – as a trigger for early, structured, patient-centred goals-of-care discussions and consideration of time-limited ICU trials. Given the observational design and missing geriatric variables, these associations should be interpreted as prognostic signals rather than evidence that IV itself causes excess mortality.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12581
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-140331
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Kluge, Stefan
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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