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Titel: Verbesserung der Latex-Allergie-Diagnostik mittels rekombinanter Allergene
Sprache: Deutsch
Autor*in: Przewozna, Joanna
Schlagwörter: Latexallergie; Hevea brasiliensis; rekombinant; nativ; ELISA-Assay; latex allergy; recombinant allergens; elisa-assay
Erscheinungsdatum: 2008
Tag der mündlichen Prüfung: 2008-08-18
Zusammenfassung: 
In Deutschland werden derzeit pro Jahr ca. 200 Anzeigen wegen des Verdachts auf eine latexbedingte Berufskrankheit der Haut oder der Atemwege erstattet. Die Hauttestdiagnostik erfolgt mit nativen Extrakten der Latexmilch. Für die serologische Diagnostik, z.B. mittels CAP, werden bisher natürliche Allergene - z.T. bereits ergänzt durch rekombinantes Hev b 5- eingesetzt. Schwankungen hinsichtlich der Qualität und der Quantität der einzelnen Allergene in den Extrakten und der wenig standardisierten Extraktionsverfahren können zu falsch postitiven oder falsch negativen Befunden führen. Ziel dieser Studie war daher die Etablierung eines sensitiven und spezifischen, auf rekombinaten Latexallergenen basierenden Assays, der eine leichte Standardisierbarkeit und eine Unabhängigkeit von den Naturextrakten ermöglicht.
In der vorliegenden Arbeit haben wir aus Blättern des Gummibaums Hevea brasiliensis die Gesamt-RNA isoliert. Mittels spezifischer Primer wurde anschließend cDNA bekannter Latexallergene über RT-PCR amplifiziert und in den bakteriellen Expressionsvektor pQE30UA kloniert. Die Überprüfung der Identität des Inserts erfolgte anhand von Sequenzierungen. Die Lysate der rekombinanten Latexallergenen-exprimierenden Bakterien wurden im ELISA direkt zur Beschichtung der ELISA-Platten eingesetzt. Lysate der GPDH-exprimierenden Bakterien dienten zur Hintergrunderfassung. Für die CAP-Analytik wurde das rekombinate Latexallergen Hev b 6 über Ni-NTA-Agarose gereinigt, biotinyliert und an Streptavidin-CAPs gekoppelt. Das vorhandene, gut definierte Kollektiv aus 120 Beschäftigten im Gesundheitswesen mit anamnestichen Hinweisen auf eine Latexallergie wurde mittels ELISA und teilweise mittels CAP-Analytik auf spezifische Antikörper (IgE) gegen Latex untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie mit den rekombinanten Allergenen bestätigten in verschiedenen Teilkolektiven aus dem Gesundheitswesen im Wesentlichen die bisherigen Ergebnisse in der Literatur, die überwiegend mit nativen Latexallergenen durchgeführt wurden.
Als Minor-Allergene (<50% der Patienten sensibilisiert) wurden rHev b 1, 3, 7 und 8 identifiziert. Dagegen stellen rHev b 5 und 6 Majorallergene dar. Auch das kürzlich bekannt gewordenen Hev b 13 konnte in seiner nativen Form als Major-Allergen identifiziert werden. Im Gegensatz hierzu zeigte das rekombinante Hev b 13 eine wesentlich geringere Allergenität.
Der Einsatz rekombinanter Allergene als Basis für eine verbesserte Diagnostik der Latexallergie vereinfacht die Standardisierung, gewährleistet Unabhängigkeit von den Naturextrakten und macht komplizierte Reinigungsverfahren hinfällig. Rekombinante Allergene ermöglichen darüber hinaus die Durchführung einer am individuellen Sensibilisierungsmuster orientierten spezifischen Immuntherapie, Voraussetzung für derartige Anwendungen ist jedoch, dass die rekombinante Form der Allergene sich immunologisch gleichartig wie die native Form verhält und auch die IgE-Antikörper der Latexallergene binde. Dies lies sich in den vorliegenden Untersuchung für Hev b 1, 3, 5, 6, 7 und 8, nicht jedoch für Hev b 13 belegen.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/2302
URN: urn:nbn:de:gbv:18-38713
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Baur , Xaver (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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