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Titel: Symptombelastung und familiale Dysfunktionalität bei drogenabhängigen Adoleszenten. Geschlechtsspezifische Entwicklungsverläufe unter einer Familientherapie.
Sprache: Deutsch
Autor*in: Göttler, Greta Gabriele
Schlagwörter: Geschlechtsspezifische Suchtentstehung; Eppendorfer Modell; Symptombelastung; drogenabhängige Adoleszenten; Familiendynamik; drug abuse; gender mainstreaming
GND-Schlagwörter: Drogenmißbrauch; Drogenabhängigkeit; Opiate; Systemische Familientherapie; Geschlechtsunterschied; Affektivität; Sucht; Polytoxicomanie
Erscheinungsdatum: 2009
Tag der mündlichen Prüfung: 2010-06-28
Zusammenfassung: 
Hintergrund: Ergebnisse einer systemisch-familientherapeutischen Frühbehandlung von jungen Drogenkonsumenten und Drogenkonsumentinnen an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitäts-Klinikums Hamburg-Eppendorf werden untersucht. Es handelt sich um eine kontrollierte prospektiv-naturalistische Studie mit N=62 sog. Indexpatienten und –patientinnen (bzw. IP) im Alter von im Mittel 19 Jahren.

Methoden: Für die IP werden dreifaktorielle Varianzanalysen nach Geschlecht, nach ICD-10 bezogener Diagnosegruppe (betreffend die Leitdroge) und Therapiezeitpunkt (Anfang, Mitte, Ende) im Messwiederholungsdesign durchgeführt. Zur Interpretation werden die Effektstärken (eta2) verwendet. Untersucht werden vier familiendynamische Merkmale (Kommunikation, Emotionalität, Affektive Beziehungsaufnahme, Werte und Normen) gemessen über die Familienbögen von Cierpka und Frevert (1994) in den Versionen „Familie im Allgemeinen“ (FB-A) und „Selbstschilderung in Bezug auf die Familie“ (FB-S). Ferner wird die psychische Belastung in den Bereichen Depressivität, Ängstlichkeit, Psychotizismus, Paranoides Denken, Phobische Angst, gemessen über die SCL-90-R, untersucht (Franke 1995).

Ergebnisse: Die Einschätzungen der IP im FB-A und FB-S weisen auf nur leicht ausgeprägte Dysfunktionalität hin, häufig jedoch im Sinne einer Attributions-Asymmetrie: Die IP attestieren sich selbst „Stärken“, wo sie ihren Familien „Schwächen“ zuschreiben. Dementsprechend wird im FB-A die Familienfunktion von Therapie-Mitte zu -Ende als sich etwas verschlechternd erlebt, während die IP im FB-S ihre Position innerhalb der Familie als kompetenter und gereifter hervorheben, wobei die weiblichen IP höhere Ansprüche an sich selbst stellen. Im Laufe der Therapie, v.a. jedoch in der ersten Hälfte, nehmen die psychischen Belastungen gemäß SCL-90-R bei beiden Geschlechtern ab, wobei sie zu Therapieanfang deutlich ausgeprägt waren.

Limitation: Das Fehlen einer Kontrollgruppe könnte zu einer leichten Überschätzung der gefundenen Effekte führen.

Schlussfolgerungen: Die Behandlung der IP zeigt signifikant positive Ergebnisse im Sinne einer Besserung der psychischen Belastung. Dass die Werte in den Familienfunktionen im eher wenig dysfunktionalen Bereich liegen ist nicht verwunderlich, da familienbasierte Suchttherapie das Vorhandensein zumindest einer tragfähigen familiären Beziehung voraus setzt.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/3037
URN: urn:nbn:de:gbv:18-46982
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Thomasius, Rainer (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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