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Titel: Der 15 Sekunden Foot-Tapping Test (FTT15): Evaluation als sportmotorisches Testverfahren sowie Analyse der Beeinflussbarkeit leistungsphysiologischer Parameter durch eine spezifische Vorbelastung
Sprache: Deutsch
Autor*in: Krauss, Thomas Timothy
Schlagwörter: Vorbelastung
GND-Schlagwörter: Leistungsdiagnostik; Sportmotorischer Test; Schnelligkeit; Anaerobe Kapazitt
Erscheinungsdatum: 2010
Tag der mündlichen Prüfung: 2011-08-02
Zusammenfassung: 
Die leistungsdiagnostische Überprüfung der anaeroben Kapazität stellt bisher eine Herausforderung dar. Es mangelt an standardisierten Testverfahren, teilweise herrscht bei etablierten Methoden Uneinigkeit bezüglich der abgebildeten Fertigkeiten. Bei sportmotorischen Tests der zyklischen Schnelligkeitsleistung sind eine mangelhafte Übertragbarkeit von Untersuchungsergebnissen in die Primärsportart sowie das Fehlen von standardisierten Laborbedingungen ungelöste Probleme. Auch hinsichtlich des Einflusses von Vorbelastungen unterschiedlicher Intensität auf die Leistungsfähigkeit bei einem in direkter Folge stattfindenden kurzen Test der zyklischen Frequenzschnelligkeit ist der aktuelle Forschungsstand unvollkommen.
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, anhand eines bisher in der Literatur nicht beschriebenen sportmotorischen Tests, den Kenntnisstand in den Bereichen anaerobe Kapazität und Frequenzschnelligkeit zu erweitern, sowie den Einfluss von Vorbelastungen auf diese Hauptbeanspruchungsformen zu untersuchen. Dies beinhaltete auch das Etablieren von Referenzwerten für einen neuen 15 Sekunden andauernden Foot-Tapping Test (FTT15).
Hierzu führten 10 männliche Probanden (Alter: 23,8 ± 5,1 Jahre; Gewicht: 76,0 ± 6,4 kg; Trainingsstunden/Woche: 8,3 ± 3,4) innerhalb von 2 Wochen jeweils 6 mal den FTT15 auf einer Kraftmessplatte durch, wobei die Parameter Kontakt-Anzahl, Tapping-Frequenz, Steigung der Regressionsgeraden, Peak Frequenz, Zeitsegment Fmax und Zeitsegment Fmin bestimmt wurden.
Zur Überprüfung des Einflusses einer Vorbelastung unterschiedlicher Intensität auf die FTT15-Leistungsfähigkeit, führten in einer zweiten Datenerhebung 25 männliche Probanden (Alter: 23,4 ± 3,9 Jahre; Gewicht: 81,9 ± 8,1 kg; Trainingsstunden/Woche: 7,2 ± 2,5) in randomisierter Reihenfolge innerhalb von 2 Wochen den FTT15 ohne Vorbelastung, nach stattgehabtem 30-minütigem Lauf im aeroben Bereich sowie nach erfolgtem maximal ermüdendem Sprint durch.
Für den FTT15 konnte ein typisches Testprofil mit Erfassung der höchsten Tapping-Frequenzen zu Testbeginn und einem kontinuierlichen Leistungsabfall über den Testzeitraum etabliert werden, wobei die durchschnittliche Tapping-Frequenz bei 4,8 ± 0,5 Hz, die mittlere Peak Frequenz bei 5,4 ± 0,6 Hz und der Fatigue Index bei ca. 20 % lag. Nur vom ersten zum zweiten Test-Termin zeigte sich eine signifikante Leistungssteigerung, anschließend konnte für den FTT15 bei weiteren 5 Untersuchungen eine gute Retest-Reliabilität dokumentiert werden.
Nach aerober Vorbelastung zeigte sich eine signifikante Leistungszunahme beim FTT15. Abgesehen von einer signifikanten Leistungsreduktion in der Test-Frühphase, entsprachen die FTT15-Ergebnisse nach stattgehabter anaerober Vorbelastung im Wesentlichen dem Zustand ohne Vorbelastung.
Der Einfluss von Vorbelastungen auf die Leistungsfähigkeit beim sich anschließenden FTT15 ist durch bekannte Mechanismen zu erklären, welche dem Aufwärmen und der Ermüdung zugeordnet werden können. Die höchste FTT15 Leistungsfähigkeit nach aerober Vorbelastung ist im Wesentlichen über Erwärmungsprozesse zu erklären, nach stattgehabter anaerober Vorbelastung gleichen sich leistungspositive und -negative Faktoren aus, so dass sich ein Zustand einstellt, welcher der Ruhe-Situation entspricht.
Der FTT15 ist ein innovatives sportmotorisches Testverfahren, welches besondere Stärken in der Überprüfung der zyklischen Schnelligkeit und der anaeroben Kapazität besitzt. Der spezifischen Fragestellung entsprechend sind Testmodifikationen wie eine Durchführung mit Zusatzgewichten oder unter Gewichtsentlastung möglich, wodurch die Vielseitigkeit dieses Tests deutlich wird. Im Weiteren zeichnet sich der FTT15 durch eine schnelle und standardisierte Durchführbarkeit aus. Vor dem Hintergrund einer im Vergleich zum Kurbeltest dem Laufsport näher liegenden FTT15-Bewegungscharakteristik, kann eine gute Annahme des Testverfahrens von Athleten aus dem Spielsportbereich und eine sich hieraus ableitende günstige Übertragbarkeit der Ergebnisse in die Primärsportart vermutet werden. Ergänzend oder als Alternative zu etablierten Testverfahren kann der FTT15 auf Basis der nun vorliegenden Erkenntnisse und Referenzwerte zukünftig eine breite Anwendung als neuer sportmotorischer Belastungstest erfahren.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/4178
URN: urn:nbn:de:gbv:18-53137
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Braumann, Klaus-Michael (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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