Volltextdatei(en) vorhanden
Titel: Analyse der Auswirkungen von Aminosäuresubstitutionen im humanen CBL-Protein auf die Regulation des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors (EGFR)
Sprache: Deutsch
Autor*in: Kentsch, Hendrik
Schlagwörter: CBL; c-cbl; Noonan-like-syndrome
GND-Schlagwörter: Noonan-Syndrom; Epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor
Erscheinungsdatum: 2012
Tag der mündlichen Prüfung: 2013-02-08
Zusammenfassung: 
Beim Noonan-Syndrom handelt es sich um ein autosomal-dominant erbliches Fehlbildungssyndrom, das durch Kleinwuchs, typische faziale Dysmorphien, angeborene Herzanomalien, Lernschwierigkeiten und eine Prädisposition für hämatologische Tumorerkrankungen gekennzeichnet ist. Bisher sind sechs Krankheitsgene für das Noonan-Syndrom bekannt: PTPN11, SOS1, RAF1, KRAS, NRAS und SHOC2. Heterozygote Mutationen in einem dieser Gene führen zu einer gesteigerten Signaltransduktion innerhalb des RAS (rat sarcoma) -MAPK (mitogen- activated protein kinase) -Signalweges. Keimbahnmutationen in CBL [Cas-Br-M (murine) ecotropic retroviral transforming sequence] wurden mit einem zum Noonan- Syndrom ähnlichen klinischen Bild in Verbindung gebracht. CBL codiert für ein multivalentes Adaptorprotein (c-Cbl) mit E3-Ubiquitin-Ligase-Aktivität, das an der Regulation des vesikulären Transports (Traffickings) vom epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGF-Rezeptor) beteiligt ist. Zum einen vermittelt c-Cbl über einen noch unbekannten Mechanismus die Vesikel-gestützte Endozytose (Internalisierung) des EGF-Rezeptors, zum anderen markiert c-Cbl durch Ubiquitylierung aktivierte EGF-Rezeptoren für den Lysosomen-vermittelten Abbau (Degradierung). EGF-Rezeptoren können darüber hinaus auch zurück zur Zellmembran dirigiert werden (Recycling). Über diese regulatorischen Eigenschaften ist c-Cbl an der Kontrolle von EGF-Rezeptor-abhängigen proliferativen Signalkaskaden, wie etwa des RAS-MAPK-Signalweges, beteiligt.
Eine im ersten Teil der vorliegenden Arbeit durchgeführte DNA-Sequenzanalyse des CBL-Gens bei insgesamt 185 bisher mutationsnegativen Patienten mit Noonan- Syndrom bzw. dazu ähnlichem klinischem Bild ergab keine pathogene Mutation. Im zweiten Teil der Arbeit wurden die funktionellen Auswirkungen der bereits beschriebenen krankheitsassoziierten CBL-Keimbahnmutationen c.1100A>C (p.K382E), c.1144A>G (p.D390Y) und c.1168G>T (p.R420Q) auf das EGF-Rezeptor- Trafficking analysiert. Hierfür wurden mithilfe PCR-vermittelter Mutagenese entsprechende CBL-cDNA-Konstrukte hergestellt und die entsprechenden Mutantenproteine in COS-7-Zellen transient exprimiert. In diesen Zellen wurde sodann das EGF-Rezeptor-Trafficking mithilfe von Rezeptor-Biotinylierungsassays untersucht. Dazu wurden vor oder nach EGF-Stimulation der Zellen die oberflächenständigen EGF-Rezeptoren biotinyliert, danach die internalisierte bzw. oberflächenständige EGF-Rezeptor-Fraktion durch Streptavidin-Präzipitation aufgereinigt und schließlich mittels Westernblot-Analysen quantifiziert. Es konnte nachgewiesen werden, dass alle untersuchten mutanten c-Cbl-Proteine zu einer verminderten EGF-induzierten EGF-Rezeptor-Internalisierung führen. Darüber hinaus war nach erfolgter EGF-Rezeptor-Internalisierung das intrazelluläre Trafficking der EGF-Rezeptoren verändert: Während die Überexpression von c- CblK382E das Recycling fördert und die EGF-Rezeptor-Degradierung beeinträchtigt, führen die Proteinmutanten c-CblD390Y und c-CblR420Q höchstwahrscheinlich zu einem verminderten Recycling und einer kurzfristig verzögerten EGF-Rezeptor- Degradierung.
Zusammengenommen zeigt diese Studie, dass die untersuchten Mutationen in CBL markante Auswirkungen auf das EGF-Rezeptor-Trafficking haben, womit ein neuer molekularer Pathomechanismus zur Entstehung eines Noonan-Syndrom-ähnlichen Krankheitsbildes beschrieben werden kann.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/4801
URN: urn:nbn:de:gbv:18-60536
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Kutsche, Kerstin (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat  
Dissertation.pdf2.42 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen
Zur Langanzeige

Diese Publikation steht in elektronischer Form im Internet bereit und kann gelesen werden. Über den freien Zugang hinaus wurden durch die Urheberin / den Urheber keine weiteren Rechte eingeräumt. Nutzungshandlungen (wie zum Beispiel der Download, das Bearbeiten, das Weiterverbreiten) sind daher nur im Rahmen der gesetzlichen Erlaubnisse des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) erlaubt. Dies gilt für die Publikation sowie für ihre einzelnen Bestandteile, soweit nichts Anderes ausgewiesen ist.

Info

Seitenansichten

41
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 14.04.2021

Download(s)

23
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 14.04.2021
Werkzeuge

Google ScholarTM

Prüfe