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Titel: Visual War Frames – Kriegsberichterstattung in TV-Nachrichten : Der Libyen-Konflikt 2011 in Tagesthemen (ARD), Le Journal de 20 Heures (TF1) und den News at Ten (BBC)
Sonstige Titel: Visual War Frames – War Reporting in TV New : The conflict in Libya in 2011 in Tagesthemen (ARD), Le Journal de 20 Heures (TF1) and the News at Ten (BBC)
Sprache: Deutsch
Autor*in: Boller, Eva
GND-Schlagwörter: Libyen; Kriegsberichterstattung; Nachrichtensendung; Frame <Journalismus>
Erscheinungsdatum: 2019
Tag der mündlichen Prüfung: 2019-12-09
Zusammenfassung: 
Diese Doktorarbeit beschäftigt sich mit der Darstellung von Kriegen in TV-Nachrichten durch Visual Frames. Fernsehnachrichten spielen eine Schlüsselrolle, wenn es um die Legitimation von Kriegen in weit entfernten Ländern geht. Durch das Leitmedium Fernsehen erfahren die meisten Menschen über diese Konflikte. Durch Bilder und Videos erhalten die Zuschauer*innen die Illusion, sich selbst eine objektive Meinung von den Zuständen vor Ort bilden zu können, da man es ja mit den eigenen Augen gesehen hat. Doch die gezeigten Videos und Bilder in Kombination mit Text sind immer nur eine von vielen Möglichkeiten, einen Konflikt darzustellen. Welcher visuelle Frame jedoch ausgewählt wird, ist von entscheidender Bedeutung für die Meinungsbildung der Zuschauer*innen.
In dieser Arbeit wurde daher untersucht, welche Visual Frames in Fernsehnachrichten verwendet werden, um über Kriege zu berichten. Zusätzlich wurde gefragt, mit welchen Visual Frames die Fernsehsendungen den Krieg legitimieren und unter welchen Umständen diese Visual Frames entstanden sind. Um diese Fragen zu beantworten, wurde eine multidimensionale Untersuchung der drei bedeutendsten TV-Nachrichtensendungen in Deutschland (Tagesthemen), Frankreich (Le Journal de 20 Heures) und Großbritannien (News at Ten) vorgenommen.
In einer quantitativen Inhaltsanalyse wurden der Umfang, die Darstellungsformen der Berichterstattung und die Ansprechpartner*innen für Leitfaden-Interviews ermittelt. In einer vertiefenden quantitativen Inhaltsanalyse wurden neben Bild- und Sequenztypen in den Nachrichten auch die Video-Materialquellen, Genderaspekte und die häufigsten O-Tongeber*innen erfasst. Schließlich wurden durch eine qualitative Inhaltsanalyse 13 Visual War Frames identifiziert. Diese kamen in der Berichterstattung von allen drei Sendungen immer dann vor, wenn der Krieg legitimiert wurde. Immer wenn der Krieg kritisiert oder in Frage gestellt wurde, geschah dies dadurch, dass diese Visual War Frames hinterfragt oder auf-gebrochen wurden. Die Hauptargumentation der Visual War Frames besteht darin, dass es in dem Konflikt zwei grundverschiedene Gruppen gibt: „Die Guten“ (das Freundbild und das Selbstbild) und „Die Bösen“ (das Feindbild) und dass diese Gruppen keine Alternative besitzen, als Krieg miteinander zu führen.
Um mehr über die Hintergründe der Entstehung dieser Visual Frames in der Berichterstattung zu erfahren, wurden Leitfaden-Interviews mit 14 Korrespondent*inn*en und Entscheider*inne*n geführt, die an der Libyen-Berichterstattung beteiligt waren.
Die vorliegende Dissertation hat ein eigenes Konzept für Visual Framing entwickelt und eine übergreifende Visual-Frame-Typologie für TV-Kriegsberichterstattung erstellt, die nun für zukünftige Forschung zur Verfügung steht. Außerdem sollen die Ergebnisse dieser Studie die Journalist*inn*en, die täglich mit Krisen und Kriegsberichterstattung zu tun haben, dafür sensibilisieren, welche visuellen Frames teilweise unbewusst in der Medienberichterstattung verwendet werden. Unter Zeitdruck und unklarer Faktenlage fällt es leicht, auf alte und bekannte Muster bzw. Visual Frames zurückzugreifen. Diese Arbeit soll somit einen Beitrag leisten, damit Kriegsberichterstatter*innen ihre eigene Arbeit kritisch überprüfen können, indem sie abgleichen, ob sie gerade, ohne es zu wollen, mit Visual War Frames berichten.

Visual War Frames – War Reporting in TV News. The conflict in Libya in 2011 in Tagesthemen (ARD), Le Journal de 20 Heures (TF1) and the News at Ten (BBC).
This PhD thesis examines the depiction of wars in TV news through visual framing. Television news plays a key role when it comes to legitimizing wars in distant countries. Most people learn about these conflicts through television as a leading medium. Through pictures and videos, the viewers get the illusion of being able to form an objective opinion of the conditions on site, as one has seen it with one's own eyes. But the videos and pictures shown in combination with the text are only one of many ways to present a conflict. Which visual frame is chosen, however, is of crucial importance for the opinion-forming of the viewers.
Therefore, this thesis investigated which visual frames are used in television news to report about wars. The subordinate questions were: Which visual frames are used in TV news to legitimize war and under what circumstances were these visual frames created?
In order to answer these questions, a multidimensional investigation was carried out of the three most influential TV-newscasts in Germany (Tagesthemen), France (Le Journal de 20 Heures) and the United Kingdom (News at Ten).
In a quantitative content analysis, the scope, presentation forms of the reporting and contact persons for interviews were determined. In a subsequent in-depth quantitative content analysis (of the three most important months during the war) the picture-types and sequence-types of the reporting were examined. In addition the video material source was noted down, gender aspects were included and the most frequent voices of the reports were analyzed. In a following qualitative content analysis of selected days during the war 13 visual war frames were identified. These appeared in the coverage of all three programs whenever the war was legitimized. If the war was criticized these frames were questioned. The main argumentation of the Visual War Frames is that there are two fundamentally different groups in the conflict: „The Good guys“ (the friend-image and the self-image) and „The Evil ones“ (the enemy image) and that these groups have no alternative but to wage war with each other.
In order to learn more about the background of the creation of these visual frames in reporting, guided interviews with 14 correspondents and decision-makers involved in Libya reporting were conducted.
This dissertation has developed its own concept for visual framing and a comprehensive visual frame typology for TV war reporting, which is now available for future research. In addition the results of this study are meant to sensitize journalists that work daily in war and crisis reporting about the sometimes unconscious decisions to use these visual war frames. This work is therefore intended to help war correspondents critically review their own work by comparing whether they are reporting with Visual War Frames without intention.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6234
URN: urn:nbn:de:gbv:18-103526
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Lilienthal, Voker (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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