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Titel: Bedeutung der PTEN-Deletion zur Stratifizierung von Prostatakarzinomen in klinisch relevanten Subgruppen
Sprache: Deutsch
Autor*in: Harendza, Jovisa
Schlagwörter: PTEN; Deletion; Tumorsuppressorgen
GND-Schlagwörter: Prostatakrebs; Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung; Genexpression; Prostata; Prostata-spezifisches Antigen; Translokation
Erscheinungsdatum: 2015
Tag der mündlichen Prüfung: 2015-11-02
Zusammenfassung: 
Prostatakrebs ist die häufigste Tumorerkrankung des Mannes. Die heute etablierten Diagnose- und Prognosemarker reichen jedoch nicht aus, um Aussagen über den individuellen Krankheitsverlauf zu treffen. Es besteht die Hoffnung, dass molekulare Marker diese Situation massiv verbessern können. Die meisten Studien verwenden zur Identifizierung von potentiell prognostischen Markern das biochemische Rezidiv (PSA-Rezidiv) als klinischen Endpunkt, obwohl nur 10% der Patienten mit einem PSA-Rezidiv tatsächlich einen lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf haben. An einem Kollektiv von über 11.000 Prostatakarzinomen wurden sechs neue Endpunkte definiert. Diese sechs Endgruppen berücksichtigen neben dem PSA-Rezidiv außerdem wesentliche biologische Charakteristika des Prostatakarzinoms, die erst nach der Entnahme der Prostata bestimmt werden können. Dazu zählen das auf die Prostata lokal begrenzte Tumorwachstum und die systemischen Auswirkungen bei einem Tumorwachstum, dass über die Prostata hinausgeht.
Ziel der vorliegenden Studie war es zu untersuchen, ob die PTEN Deletion, die bekannter Weise mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit eines PSA-Rezidivs assoziiert ist, außerdem geeignet ist zur Stratifizierung der Tumore in diese sechs neuen klinisch-relevanten Endgruppen. Eine PTEN Deletion wurde in 1.245 (18,9%) der 6.594 analy-sierbaren Tumore nachgewiesen. Von diesen Tumoren zeigten 63,8% eine homozygote PTEN Deletion und 36,2% eine heterozygote PTEN Deletion. PTEN Deletionen waren signifikant mit positivem ERG Status (p<0,0001) und einem schlechten Tumorphänotyp, wie fortgeschrittenem Tumorstadium, hohem Gleason Grad, lymphogener Me-tastasierung, Tumorbefall des Resektionsrandes und der Wahrscheinlichkeit eines frühen PSA-Rezidivs assoziiert (p<0,0001 für alle Parameter). Die Analyse der neuen klinischen Endgruppen zeigte, dass Tumore mit PTEN Deletion ein circa 2-fach erhöhtes Risiko für ein Lokalrezidiv und eine lymphogene oder hämatogene Metastasierung gegenüber Tumoren ohne PTEN Deletion hatten (jeweils p<0.0001). Dies galt vor allem für Tumore mit einem geringen Gleason Score (≤3+4). Bei Tumoren mit einem hohen Gleason Score (≥4+3) lagen nur geringfügige Unterschiede in der Verteilung der klinischen Endgruppen vor. Hier war das Risiko für eine lymphogene Metastasierung um das 1,4 fache erhöht, wenn eine PTEN Deletion vorlag (p<0.0001).

Die vorliegende Studie zeigt, dass die PTEN Deletion ein solider prognostischer Marker ist, der sowohl mit klinischen als auch biologisch definierten Endpunkten assoziiert ist. Ein PTEN Deletions-Test könnte insbesondere bei Tumoren mit einem günstigen klinisch-pathologischen Phänotyp zu einer verbesserten Therapieentscheidung beitragen.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6517
URN: urn:nbn:de:gbv:18-76051
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Sauter, Guido (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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