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Titel: Neurological Soft Signs bei schizophren Erkrankten : Klinische Korrelate und dimensionale Struktur
Sonstige Titel: Neurological Soft Signs in schizophrenic patients: Clinical korrelates and dimensional structure
Sprache: Deutsch
Autor*in: Piening-Lemberg, Anne Kathinka
Schlagwörter: Neurological Soft Signs; NSS; Heidelberger NSS-Skala; Neurological Soft Signs; NSS; Heidelberg NSS-Scale
GND-Schlagwörter: Schizophrenie; Neuropsychiatrie
Erscheinungsdatum: 2004
Tag der mündlichen Prüfung: 2004-11-23
Zusammenfassung: 
Die vorliegende Arbeit ist auf der Schnittstelle zwischen Neurologie und Psychiatrie, der Neuropsychiatrie, anzusiedeln. Im Mittelpunkt der Betrachtung standen die Neurological Soft Signs bei schizophren Erkrankten, deren Natur als sehr heterogen einzustufen ist und deren Pathogenese bisher weitgehend unklar ist. Die NSS spiegeln Funktionsstörungen in den Bereichen koordinativer Motorik, Feinmotorik, Ausführung komplexer sequentieller Bewegungsmuster und sensorischer Leistungen wieder. In der Literatur findet man bezüglich der NSS eine bemerkenswerte Methodenvielfalt, wobei für nur wenige Skalen befriedigende Gütekriterien vorliegen.
Ziel der Arbeit war die Evaluation der dimensionalen Struktur der Heidelberger NSS-Skala (Schröder et al. 1992), für die befriedigende psychometrische Gütekriterien vorliegen, und ihrer klinischen Korrelate.
An der Untersuchung nahmen 100 Patienten mit schizophrener Psychose teil.
Neben der Heidelberger NSS-Skala kamen subjektive und objektive Verfahren zum Einsatz.
Die subjektiven Verfahren waren das Eppendorfer Schizophrenie-Inventar (ESI), die Paranoid-Depressivitätsskala (PD-S), der Cognitive Failures Questionnaire (CFQ), die Cognitive Slipping Scale (CSS), der Lübeck Alcohol Dependence und Abuse Screening Test (LAST), der Fragebogen erlebter Defizite der Aufmerksamkeit (FEDA) und die Perceptual Aberation Scale (PerAb).
Zu den objektiven Verfahren zählten neben der Heidelberger NSS-Skala ein soziodemographisches Interview, die Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS), die Extrapyramidale Symptom-Scale (EPS), die Internationale-Diagnosen-Checkliste für ICD-10 (IDCL) und eine neuropsychologische Testbatterie, zu der der Trail Making Test (TMT), der Continuous Performance Test (CPT), der Wisconsin Card Sorting Test (WCST), Zahlennachsprechen, Zahlensymboltest und Wortflüssigkeitstest gehörten.

Die Neurological Soft Signs waren in der Stichprobe der 100 Patienten nachweisbar.
Die Faktorenanalyse der Heidelberger NSS-Skala ergab folgende 6 Faktoren: kombinierte Motorik und Sensibilität (NSSF 1), Gangstörungen (NSSF 2), harte Zeichen (NSSF 3), Zielbewegungen und räumliche Orientierung (NSSF 4), Graphaestesie (NSSF 5) und Spiegelbewegungen und Hand-Gesichts-Test (NSSF 6). Diese unterstrich die schon eingangs erwähnte substantielle Heterogenität der NSS an sich.
Zwischen den subjektiven Verfahren und den NSS wurden nur sehr spärliche Zusammenhänge gefunden, es fanden sich lediglich Zusammenhänge zwischen den Gangstörungen (NSSF 2), den harten Zeichen (NSSF 3) und der ESI-Subskala "Attention and Speech Impairment".
Die Betrachtung der Zusammenhänge zwischen den NSS und den objektiven Verfahren war deutlich ergiebiger. Es fanden sich mit der Literatur im Einklang stehende Zusammenhänge zwischen einzelnen Dimensionen NSS und den folgenden psychopathologischen Syndromen: Negativsyndrom, Kognitives Syndrom, Depressionssyndrom. Auch die Ergebnisse bezüglich der neuropsychologischen Testbatterie waren zufriedenstellend und waren gut in den Literaturkontext einzuordnen. Das Ausmaß der Beeinträchtigung im Hinblick auf die NSS stand im Zusammenhang mit einer schlechteren Testleistung in allen neuropsychologischen Testverfahren. Zusätzlich fanden sich differenzielle Zusammenhänge zwischen einzelnen Dimensionen der NSS und exekutiven Funktionen, Arbeits- und prozeduralem Gedächtnis und viso- und psychomotorischer Geschwindigkeit.
NSS traten unabhängig von der neuroleptischen Medikation auf. Zwischen den NSS und den durch die Extrapyramidale Symptom-Scale (EPS) erhobenen extrapyramidal motorischen Nebenwirkungen bestanden Zusammenhänge.
Die vorliegende Arbeit spiegelt wie viele andere zuvor die Heterogenität der NSS an sich wieder. Sie zeigt desweiteren anhand der externen Validierung, daß den NSS die mangelnde Funktionsfähigkeit verschiedener zerebraler Funktionssysteme (motorisch, sensorisch, kognitiv) zugrunde liegen.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/802
URN: urn:nbn:de:gbv:18-23144
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Naber, Dieter (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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