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Titel: Der Einfluß von Kofaktoren auf das Ergebnis der Constraint-Induced Movement Therapie
Sonstige Titel: Evaluation of impact of covariates on the outcome of Constraint-Induced Movement Therapy
Sprache: Deutsch
Autor*in: Hobbeling, Verena
Erscheinungsdatum: 2004
Tag der mündlichen Prüfung: 2005-01-13
Zusammenfassung: 
Einleitung
Constraint induced movement Therapie (CIMT) führt zu permanenter, motorischer Funktionsverbesserung bei chronischen Schlaganfallpatienten. Jedoch wurde der Einfluß von spezifischen Kriterien auf das Ergebnis der CIMT bislang nicht evaluiert. Insbesondere ist unklar, ob Patienten mit hämorrhagischer und ischämischer Insultgenese in demselben Ausmaß von der CIMT profitieren und ob auch Patienten mit hohem, funktionellen Ausgangsstatus weitere Verbesserungen erzielen können.

Methoden
26 mäßig behinderte, chronische Schlaganfallpatienten (15 Männer, Durchschnittsalter 59 Jahre) wurden über einen Zeitraum von 2 Wochen mit der CIMT behandelt, indem der nicht betroffene Arm während 90% der Wachstunden in einer Handschiene immobilisiert und der betroffene Arm mit der Shaping Technik trainiert wurde. Zur Erfassung des motorischen Funktionsstatus im Alltag haben wir den Motor Activity Log (MAL) angewendet. Die klinische Verbesserungen haben wir mit Hilfe des Wolf Motor Function Test, Nine Hole Peg Test and Frenchay Arm Test evaluiert. Die Testung wurde vor (prä) und nach (post) der Therapie, sowie 6 Monate später (follow up) durchgeführt
Wir haben 12 Kofaktoren untersucht: Geschlecht, Alter, Chronizität, Aphasie, motorischer (Muskelkraft/tonus und Bewegungsausmaß) und sensibler Status, sensorisch evozierte Potentiale (SEPs), bisheriger Therapieumfang, Dauer der stationär durchgeführten Rehabilitation, ein MAL-Wert kleiner/größer 2,5, betroffene Hemisphäre und Ätiopathogenese.
Die statistische Auswertung wurde mit SPSS 11.0 unter Anwendung des nichtparametrischen Wilcoxon und Mann-Whitney U Tests, sowie der Korrelationsanalyse nach Spearman durchgeführt.

Ergebnisse
In der mit dem Wilcoxon Test durchgeführte Gesamtauswertung waren die Ergebnisverbesserungen hochsignifikant (p<0.001), mit Ausnahme zweier Tests mit signifikanten Verbesserungen (p<0.01).
In den Gruppenvergleichen (Männer vs. Frauen, Aphasie (15 Patienten) vs. keine Aphasie(11 Patienten) , normaler (12/8 Patienten) vs. pathologischer (14/7 Patienten) sensibler Status/SEPs, MAL Wert kleiner (20 Patienten)/größer 2,5 (6 Patienten), rechte (9 Patienten) vs. linke (17 Patienten) betroffene Hemisphäre, ischämischer (20 Patienten) vs. hämorrhagischer (6 Patienten) Insult) zeigte der Wilcoxon und Mann-Whitney U Test mäßig signifikante (p<0.05) Verbesserungen in nicht mehr als einem Test.
Es gab keine signifikante Korrelation zwischen der motorischen Verbesserung und der Chronizität, dem Motorstatus, dem Ausmaß vorheriger Behandlung oder der Dauer der stationär durchgeführten Rehabilitation. Zwischen der Verbesserung und dem Patientenalter gab es in einem Test eine klinisch irrelevante, mäßig signifikante Korrelation (p<0.05).

Schlußfolgerungen
Keine der untersuchten Kofaktoren scheint einen relevanten Einfluß auf die in der CIMT erzielten Ergebnisverbesserungen zu haben. Hämorrhagisch infarzierte Patienten scheinen von der CIMT in demselben Ausmass zu profitieren wie Patienten mit ischämischer Insultgenese. Auch Patienten mit einem relativ hohen Funktionsstatus ( MAL>2,5) können sich weiter verbessern. Beide Patientengruppen sollten deshalb Zugang zur CIMT erhalten.

Introduction
Constraint induced movement therapy (CIMT) leads to permanent improvement of motor function in chronic stroke patients. However, an analysis of the impact of specific criteria on the outcome of CIMT is still missing. In particular, it is unclear whether patients with hemorrhagic and ischemic stroke benefit from CIMT to the same extent and whether patients with a high functional status are able to gain further improvement.

Methods
26 moderately impaired chronic stroke patients (15 male, mean age 59 years) were given CIMT, immobilising the non affected upper extremity in a splint for 90% of waking hours and training the affected upper extremity by shaping over two weeks. To assess the functional motor status in daily life we used the Motor Activity Log (MAL). We evaluated clinical improvement with Wolf Motor Function Test, Nine Hole Peg Test and Frenchay Arm Test. Testing took place before and after the intervention as well at 6 months later (follow up).
We examined 12 covariates: sex, age, chronicity, aphasia, motor and sensory status, evoked potentials (SEPs), amount of prior treatment, duration of stationary rehabilitation, a MAL score greater/smaller than 2.5, affected hemisphere and aetiopathogenesis. Analysis was performed with SPSS 11.0 for nonparametric Wilcoxon, Mann Whitney U statistics and correlation analysis.

Results
In both post and follow up testing, the Wilcoxon statistic for all patients revealed highly significant improvements (p<0.001) in all but 2 tests with significant improvements (p<0.01).
In group comparisons (male vs. female, pathologic vs. normal sensibility and SEPs, ischemic (18 patients) vs. hemorrhagic infarction (6 patients), left vs. right hemisphere, no aphasia vs. aphasia, MAL score smaller (19 patients) /greater (6 patients) than 2.5, the Wilcoxon and Mann Whitney U statistic showed moderately significant differences (p<0.05) in not more than one test. There was no significant correlation between improvement and age, chronicity, motor status (muscle power and tone, range of movement), amount of prior treatment or duration of stationary rehabilitation.

Conclusions
None of the examined covariates seems to have a relevant impact on the outcome of CIMT. Hemorrhagic stroke patients seem to benefit from the CIMT to the same extent as patients with ischemic stroke. Moreover, even patients with a relatively high functional status (i.e. MAL>2.5) are amenable to further improvement and should therefore be admitted to CIMT.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/819
URN: urn:nbn:de:gbv:18-23312
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Weiller, Cornelius (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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