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Titel: Kognitive Verzerrungen bei Psychose: Untersuchungen und Begradigung mithilfe einer neuen Virtuellen-Realitäts-Intervention
Sprache: Deutsch
Autor*in: Dietrichkeit, Mona
Schlagwörter: Kognitive Verzerrungen; Cybersickness; Kognitive Einsichtsfähigkeit
GND-Schlagwörter: Psychose; Schizophrenie; Virtuelle Realität
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-10-13
Zusammenfassung: 
Kognitiven Verzerrungen, wie voreiligem Schlussfolgern und Überkonfidenz, wird eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung einer (schizophrenen) Psychose zugeschrieben. Das parallele Erfassen von subjektiven und objektiven kognitiven Verzerrungen hilft dabei, zu beurteilen, ob das metakognitive Bewusstsein für Verzerrungen bei Menschen mit Psychose beeinträchtigt ist. Die im Rahmen der vorliegenden Dissertation entwickelte Intervention zielt auf die Korrektur kognitiver Verzerrungen und die Verbesserung der kognitiven Einsichtsfähigkeit bei Menschen mit Psychose mithilfe virtueller Realität (VR) ab. Dabei beabsichtigt sie, kognitive Verzerrungen in lebensnäheren Kontexten auszulösen und zu bearbeiten als bisherige Interventionen. Die vorliegende Dissertation verfolgte mehrere Ziele: 1. die Kontrastierung von objektiv beobachtbaren kognitiven Defiziten und kognitiven Verzerrungen mit der subjektiven Einschätzung einer Patient*innengruppe mit Psychose im Vergleich zu gesunden Proband*innen; 2. die Untersuchung metakognitiver Fähigkeiten von Menschen mit Psychose mittels VR; 3. die experimentelle Überprüfung der Hypothese, wonach ein Leistungsfeedback die kognitive Einsichtsfähigkeit bei Psychose steigert, und 4. die Beurteilung der Akzeptanz und der möglichen Nebenwirkungen einer VR-Intervention bei Psychose.
Die Ergebnisse dieser Dissertation zeigen, dass Patient*innen mit Psychose ihre kognitiven Fähigkeiten überschätzen, was auf metakognitive Defizite hindeutet. Somit bestätigt diese Arbeit das Rational neuerer Interventionsansätze, welche die Einsicht der Patient*innen in Psychose-relevante kognitive Verzerrungen zu steigern beabsichtigen. Gleichzeitig konnte eine Verbesserung der kognitiven Einsichtsfähigkeit mit der vorliegenden VR-Intervention nicht erreicht werden. Nichtsdestotrotz konnten Implikationen für zukünftige VR-Interventionen, die auf die Korrektur kognitiver Verzerrungen und eine Verbesserung der kognitiven Einsichtsfähigkeit abzielen, abgeleitet werden: Die Wirksamkeit von Feedback könnte zum Beispiel durch eine Nachbesprechung oder durch einen geringeren Schwierigkeitsgrad der Rekognitionsaufgabe verbessert werden. Cybersickness als Nebenwirkung von VR-Interventionen mit einer VR-Brille scheint kein spezifisches Problem bei Menschen mit Psychose zu sein. Allerdings zeigten die Patient*innen ausgeprägte somatische Symptome. Es ist daher empfehlenswert, subjektive Maße von Cybersickness um Items zur Ursachenattribution zu erweitern, damit Cybersickness von somatischen Symptomen infolge von körperlichen Erkrankungen oder Nebenwirkungen der Medikation abgegrenzt werden kann. Geschlechtereffekte (d. h. Anfälligkeit von Frauen für Cybersickness) und der Einfluss von Cybersickness bzw. somatischen Beschwerden auf psychotische Symptomatik sollten weiter untersucht werden.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8636
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-86581
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Moritz, Steffen
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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