Titel: Entwicklung eines THSD7A-abhängigen Mausmodells der membranösen Glomerulonephritis
Sprache: Deutsch
Autor*in: von Spiegel, Hanning
Schlagwörter: Membranöse Glomerulonephritis; Nephrotisches Syndrom; THSD7A; Tiermodell; Heymann-Nephritis
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-02-02
Zusammenfassung: 
Die membranöse Glomerulonephritis ist eine Autoimmunerkrankung und die häufigste Ursache des nephrotischen Syndroms im Erwachsenen. Ein Drittel der Patienten entwickelt innerhalb von zehn Jahren eine terminale Niereninsuffizienz. Ursächlich sind Ablagerungen von Immunkomplexen auf der Außenseite der glomerulären Basalmembran. Antikörper binden an podozytäre Antigene und führen zu einer Schädigung der glomerulären Filtrationsbarriere mit konsekutiver Proteinurie. Neben dem podozytären Antigen PLA2R1 konnte in Patientenseren auch THSD7A als Zielstruktur von Antikörpern identifiziert werden. Aufgrund der fehlenden Exprimierung von PLA2R1 auf Podozyten von Nagetieren war die Etablierung eines Mausmodells dieser Erkrankung bislang nicht praktikabel. Mit der Entdeckung von THSD7A ist es möglich ein Mausmodell der mGN zu entwickeln, welches unabhängig von der Verfügbarkeit humaner Antikörper ist. Anti-THSD7A Serum und anti-THSD7A IgG wurden in mehreren Tierstaffeln getestet. Die Gabe von antihuTHSD7A Serum führte zu einer Proteinurie, es zeigten sich jedoch keine Anzeichen eines akuten Nierenversagens. Die Injektion von anti-m/huTHSD7A IgG induzierte jedoch eine klinisch signifikante Proteinurie mit Entwicklung eines nephrotischen Syndroms. Histologisch erfolgte der Nachweis subepithelialer Immunkomplexe. Vermutlich führt anti-m/huTHSD7A IgG zu einer besseren Bindung an murines THSD7A und verfügt über eine stärkere Fähigkeit die autologe Phase der Immunreaktion zu aktivieren. Entgegen den Erwartungen erfolgte keine Aktivierung des Komplementsystems. Die ausbleibende Proteinurie in anderen Spezies lässt einen genetischen Einfluss vermuten. Es konnte ein neuartiges, reproduzierbares THSD7A-abhängiges Mausmodell der membranösen Glomerulonephritis entwickelt werden, welches unabhängig von der Verfügbarkeit humanen Patientenserums ist. Das Tiermodell ist geeignet weitere Erkenntnisse über die Pathophysiologie zu gewinnen und innovative Therapien zu entwickeln.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8850
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-90448
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Tomas, Nicola
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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