Titel: Selektion adjuvanter Antibiotika in der nicht-chirurgischen Parodontitistherapie
Sprache: Deutsch
Autor*in: Hain, Anne
Schlagwörter: Parodontitis; Parodontitistherapie; Antibiotika; Hemmkonzentrationen; Mikrobiologie
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2021-04-26
Zusammenfassung: 
Einleitung: Die aktuelle S3-Leitlinie „Adjuvante systemische Antibiotikagabe bei subgingivaler Instrumentierung“ betont einen verifizierbaren Zusatznutzen einer adjuvanten systemischen Antibiose im Rahmen einer nicht-chirurgischen PA-Therapie bei definierten Indikationen (DG PARO und DGZMK 2018). Ziel dieser Dissertation war die Entwicklung einer Strategie, mit der es gelingt spezifische Antibiotika in der nicht-chirurgischen PA-Therapie einzusetzen und somit eine empirische Antibiotikagabe – mit der Gefahr einer Falsch- und/oder Übertherapie – zu vermeiden.
Methodik: Durch Abgleich von in einer klinischen Datenbank (69.740 Patientenproben) ermittelten Bakterienkonstellationen sowie aus der Literatur bekannten minimalen Hemmkonzentrationen (MIC90) und Antibiotikakonzentrationen in parodontalen und oralen Zielgeweben konnten möglichst spezifische Antibiotikaregime identifiziert werden.
Ergebnisse: 72,75% (50.739/ 69.740) aller Patientenproben ließen sich 19 bakteriellen Majorkomplexen (Häufigkeit >/= 1%) zuordnen. Die restlichen Patientenproben (27,25%) bildeten 468 Minorkomplexe (Häufigkeit < 1%) Zwei Antibiotikaregime wären in der Lage, das Wachstum der Bakterien in den 19 Hauptkomplexen effektiv zu hemmen: Amoxicillin/Clavulansäure in fünf Majorkomplexen (10,67% aller Patientenproben >/= 1% Häufigkeit) und Amoxicillin/Clavulansäure mit Metronidazol in 14 Majorkomplexen (89,33% aller Patientenproben >/= 1% Häufigkeit).
Schlussfolgerung: Die zehn untersuchten PA-Hauptpathogene kommen in mindestens 487 Bakterienkonstellationen bei PA-Patienten vor. Patienten mit einer Majorkonstellation lassen sich potentiell durch zwei Antibiotikaregime wirksam behandeln. Durch die hohe Diversität der Minorkomplexe ist die Anwendung eines einheitlichen Antibiotikaregimes nicht zielführend. Zusammenfassend kann empfohlen werden, Patienten individuell nach erfolgter Erregerdiagnostik mit einem spezifischen Antibiotikum/ bzw. einer Antibiotikakombination zu behandeln, falls dieses im Rahmen der systematischen PA-Therapie erforderlich scheint.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8974
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-92199
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Beikler, Thomas
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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