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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:gbv:18-95850
URL: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2019/9585/


Kunst und Leben : Autobiografie als Konzept

Art and life : autobiography as a concept

Tang, Hua

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SWD-Schlagwörter: Autobiografie
Freie Schlagwörter (Englisch): Autobiography
Basisklassifikation: 20.31 , 20.06 , 21.02 , 21.01 , 20.01
Institut: Philosophie und Geschichtswissenschaft
DDC-Sachgruppe: Künste, Bildende Kunst allgemein
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Diers, Michael (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.02.2019
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 27.02.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Dem Glaubwürdigkeitsproblem meiner Arbeit begegne ich dadurch, dass ich meine Erinnerungen nicht nur als Autobiografie festhalte, sondern auch als wissenschaftlichen Aufsatz, angereichert mit kunst- und kulturhistorischem Wissen. Wo solches Wissen meine eigenen Erinnerungen und Kenntnisse übersteigt, werde ich gemäß wissenschaftlicher Praxis zitieren. Quellennachweise garantieren die Überprüfbarkeit meiner Erzählung und der darin erhobenen Behauptungen. Das wissenschaftliche Format bietet mir außerdem die Möglichkeit, aus einer gewissen Distanz auf meine Kunst zu blicken. Davon verspreche mir auch neue, unerwartete persönliche Erkenntnisse. Jedoch besteht ein weiteres Problem darin, dass Autobiografien nie ganz objektiv sein können. Pynchons Fausto begreift sein Schreiben als eine Fiktionalisierung: „[T]he fiction of continuity, the fiction of cause and effect, the fiction of a humanized history endowed with »reason.«“Das Ordnen von Lebensstationen ist ein erzählerischer Akt, eine teilweise Literarisierung. Die Wirklichkeit wird darin nicht einfach wiedergegeben, als ob ein teilnahmsloser Beobachter sie registrierte. Sie wird zugleich gedeutet. Dies steht im Widerspruch zur klassischen Idee von Wissenschaft, die der Philosoph und Soziologe Paul Watzlawick beschreibt: „Bekanntlich hatte die klassische Wissenschaft es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt in ihrer objektiven, menschenunabhängigen Wirklichkeit zu erforschen. Dies bedeutete nicht weniger, als daß aus dieser Welt jede subjektive Kontaminierung – daher auch der Beobachter selbst – entfernt werden mußte, um an jener subjektlosen Welt anzukommen.“ Vor diesem Hintergrund muss autobiografisches Schreiben als maximale subjektive Kontaminierung erscheinen. Denn die Schilderung einer menschenunabhängigen Wirklichkeit steht dem Konzept der Autobiografie prinzipiell entgegen. Im autobiografischen Bericht wird jedes Erleben, jedes Vorkommnis aus der Sicht des_der Autobiografen_in erzählt, gefiltert durch sein_ihr eigenes Erleben und seine_ihre Gefühle. Dies bedeutet „eine radikale Verschiebung des Wissensbegriffs“, insbesondere „was wir als wissenschaftlich und somit als besonders verläßlich betrachten.“Verlässlich ist Wissen nicht, wenn es „mit einer unergründlichen Realität“ übereinstimmt; vielmehr komme es auf „den Dienst [an], den das Wissen uns leistet“: „Aus diesem Ansatz ergibt sich nun die der herkömmlichen Erkenntnislehre widersprechende Feststellung, daß die Rolle des Wissens nicht darin besteht, objektive Realität widerzuspiegeln, sondern darin, uns zu befähigen, in unserer Lebenswelt zu handeln und Ziele zu erreichen. Daher rührt der vom Radikalen Konstruktivismus geprägte Grundsatz, daß Wissen passen, aber nicht übereinstimmen muß.
Kurzfassung auf Englisch: I counter the credibility problem of my work by not only capturing my memories as an autobiography, but also as a scholarly essay enriched with knowledge of art and cultural history. Where such knowledge exceeds my own memories and knowledge, I will quote according to scientific practice. Source credentials guarantee the verifiability of my narrative and the claims made therein. The scientific format also gives me the opportunity to look at my art from a certain distance. Of that, I also promise new, unexpected personal insights.However, another problem is that autobiographies can never be completely objective. Pynchon Fausto sees his writing as a fictionalization: "The fiction of cause and effect is the fiction of a humanized history endowed with" reason. "The ordering of life stations is a narrative act, a partial one literarization. The reality is not simply reproduced in it, as if an apathetic observer registered it. It is interpreted at the same time. This is in contradiction to the classical idea of ​​science described by the philosopher and sociologist Paul Watzlawick:"It is well known that classical science has set itself the task of exploring the world in its objective, human-independent reality. This meant no less than that every subjective contamination - and therefore also the observer himself - had to be removed from this world in order to arrive at that subjectless world. “Against this background, autobiographical writing must appear as maximum subjective contamination. Because the description of a person-independent reality is in principle contrary to the concept of autobiography. In the autobiographical report, every experience, every occurrence is narrated from the perspective of the autobiographer, filtered through his own experience and his / her feelings. This means "a radical shift in the concept of knowledge," especially "what we consider to be scientific and therefore particularly reliable."Knowledge is not reliable when it "complies with an unfathomable reality," rather, "service." ] that knowledge makes us ": "From this approach comes the contradictory statement that the role of knowledge is not to reflect objective reality, but to enable us to act in our lifeworld and achieve goals. Hence the principle of radical constructivism that knowledge must fit, but not necessarily agree.

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